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Vom deutschen Zoll gestoppt Leichtathletin mit 50 Kilo Drogen erwischt

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Was wollte Madiea Ghafoor eigentlich mit 50 Kilo Drogen?

(Foto: imago/VI Images)

Beendet eine routinemäßige Zollkontrolle die Karriere der niederländischen Leichtathletin Madiea Ghafoor? Im Wagen der Sprinterin finden die Beamten 50 Kilogramm Drogen - mit einem Schwarzmarktwert von zwei Millionen Euro. Die 26-Jährige wird sofort festgenommen.

Der deutsche Zoll hat die niederländische Leichtathletin Madiea Ghafoor auf der Autobahn mit über 50 Kilogramm Drogen in ihrem Wagen gestoppt. Die 26-Jährige sitzt deswegen seit dem 18. Juni in Kleve in Untersuchungshaft, das bestätigte Oberstaatsanwalt Johannes Hoppmann dem Sportinformationsdienst. Das Landgericht Kleve hat am 19. Juli in der Sache Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Kleve und das Hauptzollamt Duisburg hatten den Vorfall bereits Anfang Juli öffentlich gemacht - ohne den Namen zu nennen. Erst jetzt kam heraus, dass es sich um die 400-Meter-Läuferin Ghafoor handelt. Sie reiste alleine, im Wagen wurden große Mengen Crystal Meth und Ecstasy mit einem Schwarzmarktwert von rund zwei Millionen Euro gefunden.

Das Ende ihrer Sportlerkarriere?

Ghafoor wurde auf der A3 in Höhe Elten routinemäßig kontrolliert. Sie gab laut Pressemitteilung an, auf dem Weg zum Training in Düsseldorf zu sein, verbotene Waren habe sie nicht dabei. Im Kofferraum stellten die Beamten dann aber 25 Beutel aus Alufolie und Plastik sicher. Ghafoor wurde noch vor Ort festgenommen. Die Sprinterin hatte sich eigentlich mit der niederländischen 4x400-Meter-Staffel im Mai für die Weltmeisterschaften in Doha qualifiziert. Nach dem Diamond-League-Meeting im marokkanischen Rabat am 16. Juni galt sie als vermisst.

Nun gab der niederländische Leichtathletik-Verband Atletikunie eine Erklärung ab. "Wir haben den Vorfall mit Entsetzen zur Kenntnis genommen und der Familie Hilfe angeboten. Es ist uns nicht möglich, Kontakt aufzunehmen", hieß es in der Stellungnahme. Der Verband warte jetzt die weiteren rechtlichen Schritte ab und hoffe auf rasche Klarheit. "Wir sind geschockt. Wenn diese Vorwürfe stimmen, dann können sie das Ende ihrer Sportkarriere bedeuten", sagte Ad Roskam, Direktor der Atletikunie dem TV-Sender NOS. Ghafoor hat 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teilgenommen. Mit einer Bestzeit von 51,12 Sekunden gehört sie zu Europas Top-20-Sprinterinnen über 400 Meter.

Quelle: ntv.de, tno/sid