Sport

Zwischen Stadion und Ally Pally London zelebriert ein MMA-Fest für die UFC

7c2d81ea98d0edb87f7e859a11d66055.jpg

Freundentänze bei Paddy Pimblett. Der Liverpooler war das Highlight des Abends.

(Foto: Action Images via Reuters)

Beste MMA-Werbung auf der Insel. In einer ausverkauften O2-Arena in London legen die britischen Käfigkämpfer eine irre Show hin. Toppen kann das nur das Publikum - mit einer Mischung aus Ally Pally und Anfield Road.

Mit einer fulminanten Show in London hat sich die Ultimate Fighting Championship (UFC) auf der Insel zurückgemeldet. In der ausverkauften Arena glänzte neben vielen britischen Käfigkämpfern auch das Publikum, das für eine einzigartige Atmosphäre sorgte.

cd8c99bda834eb6308a25e19ca947658.jpg

Die Fans und UFC-Boss Dana White hatten sichtlich Spaß am Event in London.

(Foto: Action Images via Reuters)

Die Briten sind positiv verrückt, was die sportliche Unterstützung ihrer Landsleute angeht. In London schufen die 20.000 Zuschauer dem Sport eine ganz besondere Bühne - irgendwo zwischen Darts-WM und Wrestling-Show. Während in den USA bei den Vorkämpfen viele Fans noch am Bierstand weilen, war die O2-Arena in London gleich zu Beginn gut gefüllt. Ein wenig amerikanisch ging es dann doch zu: Auf jedes Klatschen nach Körpertreffern im Oktagon antwortete die Menge mit einem jaulenden "Whooo" – eine Anspielung auf Wrestling-Legende Ric Flair, der in der WWE nach seinen laut klatschenden Schlägen, das Publikum mit diesem Heuler anheizte.

Pimblett fordert Zuckerberg heraus

Wie bei der Darts-WM im Ally Pally oder in den Stadien der Premier League stellten die britischen Zuschauer ihre Qualitäten unter Beweis. Immer wieder tönten "Olé"-Gesänge durch die Arena. Spätestens bei der Einlauf-Musik des Walisers Jack Shore - "Seven Nation Army" von den White Stripes - war jede Zurückhaltung dahin. Die Menge grölte jubelnd mit. Shore konnte seinen Kampf gewinnen, ebenso wie Publikumsliebling Paddy Pimblett.

Vom Einlauf in die Halle bis zum Finish per Aufgabegriff lieferte der Liverpooler eine irre Show ab. Dabei ging er nach wenigen Sekunden durch einen Schlag bereits zu Boden, konnte sich aber berappeln und seine Ringer- und Jiu-Jitsu-Fähigkeiten ausspielen. Nach dem Kampf setzte er noch zu einer Tirade an. Erst forderte er Meta-Chef Mark Zuckerberg heraus, weil der Instagram-Account des Engländers gelöscht wurde. Dann rief er dazu auf, bloß nicht die britische Zeitung "The Sun" zu kaufen. Abschließend stimmte er mit dem Publikum "Justice for the 97" ("Gerechtigkeit für die 97") in Anspielung auf die Hillsborough-Katastrophe. Pimblett hatte das Publikum in seinen Bann gezogen.

Auf das Event in London werden sicher weitere auf der Insel folgen. Der Schotte Paul Craig hatte in der Medienrunde bereits verraten, dass die UFC für den Sommer Veranstaltungsorte in Großbritannien gebucht habe. Liverpool, Manchester, Glasgow, London sollen als Austragungsstätten feststehen. Von UFC London hänge ab, was die Standorte bekommen.

White: "Hätte nicht besser laufen können"

imago1010724387h.jpg

Paul Craig setzt zum Triangle Choke an.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

Mit seinem beeindruckenden Sieg per Aufgabegriff (Triangle Choke) konnte er seinen Teil zu einer erfolgreichen Veranstaltung beitragen. "Es gibt ein großes Verlangen nach MMA in Großbritannien und Europa", sagte er nach dem Kampf. Er werde immer ein Verfechter dafür sein, dass die UFC auf die Insel zurückkehre.

Neben der wöchentlichen Fight Night, wie dieses Mal in der englischen Hauptstadt, trägt die UFC einmal im Monat ein Pay-per-View-Event aus, bei dem es in der Regel einen Titelkampf gibt und weitere hochkarätige Fights angesetzt werden. Durch seinen Sieg im Hauptkampf kann vor allem der Engländer Tom Aspinall darauf hoffen, demnächst um die Krone im Schwergewicht zu kämpfen. Auch sein Landsmann Arnold Allen legte einen beeindruckenden K.o.-Sieg gegen Dan Hooker hin. In seiner Gewichtsklasse ist die Konkurrenz jedoch größer als bei Aspinall.

UFC-Boss Dana White dementierte allerdings die Aussagen von Paul Craig, wonach bereits weitere Austragungsorte in Großbritannien gebucht seien. Die UFC wolle aber noch in diesem Jahr zurückkehren. Ein Event in Frankreich werde ebenfalls in diesem Jahr noch stattfinden.

Mehr zum Thema

An alle Fighter, die ihre Kämpfe vorzeitig beenden konnten, verteilte White großzügig einen Bonus von jeweils 50.000 Dollar. "Es hätte nicht besser laufen können", resümierte er auf der abschließenden Pressekonferenz an. Dieser Abend habe ihn daran erinnert, wie energiegeladen Kämpfe in Großbritannien sein können. "Wer heute im Publikum saß und nicht die beste Zeit seines Leben hatte, der war wahrscheinlich tot", witzelte er.

UFC London Fight Card

Hauptkämpfe

Schwergewicht: Tom Aspinall besiegt Alexander Volkov (per Armbar)

Federgewicht: Arnold Allen besiegt Dan Hooker (durch K.o.)

Leichtgewicht: Paddy Pimblett Kazula Vargas (per Rear naked choke)

Weltergewicht: Gunnar Nelson besiegt Takashi Sato (nach Punkten)

Frauen Fliegengewicht: Molly McCann besiegt Luana Carolina (per K.o.)

Leichtgewicht: Ilia Topuria besiegt Jai Herbert (per K.o.)

Vorkämpfe

Federgewicht: Makwan Amirkhani besiegt Mike Grundy (per Anaconda Choke)

Schwergewicht: Sergei Pavlovich besiegt Shamil Abdurakhimov (per TKO)

Light Heavyweight: Paul Craig besiegt Nikita Krylov (per Triangle Choke)

Bantamgewicht: Jack Shore besiegt Timur Valiev (nach Punkten)

Frauen Strohgewicht: Elise Reed besiegt Cory McKenna (nach Punkten)

Fliegengewicht: Muhammad Mokaev besiegt Cody Durden (per Guillotine Choke)

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen