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Boxer gewinnt drei WM-Titel Lopez verprügelt lethargischen Lomachenko

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Der Vier-Gürtel-Mann Teofimo Lopez.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Vasiliy Lomachenko findet zu spät in den Titelkampf gegen Teofimo Lopez - und verliert gleich drei Weltmeister-Gürtel im Leichtgewicht. In Las Vegas überrascht der US-Amerikaner seinen favorisierten ukrainischen Gegner, der anschließend mit den Punktrichtern hadert.

Amerikanisch-honduranische "Übernahme" im Boxsport: Teofimo Lopez hat Vasiliy Lomachenko vom Pound-for-Pound-Thron gestoßen. In der Las-Vegas-Bubble des MGM Grand besiegte er den ukrainischen Ausnahmekönner einstimmig nach Punkten und krönte sich zum unumstrittenen Leichtgewichts-Champion. Der erst 23-jährige Lopez blieb im 16. Profikampf ungeschlagen und fügte seinem IBF-Gürtel die von WBC, WBA und WBO hinzu. Damit hält der Amerikaner mit honduranischen Wurzeln jetzt alle bedeutenden Titel im Limit bis 135 Pfund (ca. 61 kg).

"Ich musste alles rausholen. Es fühlt sich gut an", sagte der überglückliche und sichtlich erschöpfte Lopez nach dem finalen Gong. "Ich nehme Schläge und ich verteile Schläge. Das ist, was ein Champion macht. Ich musste den Druck hoch halten und durfte ihm keine Gelegenheit geben, sich auf mich einzustellen. Wenn er mich angegriffen hat, brauchte ich immer eine Antwort, um sein Momentum zu stoppen", ergänzte der US-Amerikaner.

Lomachenko kassierte in seinem 16. Duell als Preisboxer die zweite Niederlage - der 32-Jährige galt zuvor bei vielen Box-Instanzen über alle Gewichtsklassen hinweg als bester Boxer der Welt. Ein Status, den ihm Lopez vorerst abgenommen hat. "Man muss ihn beständig unter Druck setzen, immer aufs Gas drücken, den Jab rausstechen und ihm nicht die Möglichkeit geben, sich in Position zu bringen. Immer, wenn er schlagen wollte, hatte ich was für ihn in petto", sagte Lopez nach seinem Meisterstück.

"Ich werde es nicht anfechten"

Der IBF-Titelträger bestimmte das Gefecht in den ersten sechs Runden, machte Druck, landete die härteren Treffer. Lomachenko kam erst in der zweiten Kampfeshälfte auf Touren, traf Lopez immer häufiger mit klaren Händen - die seinen Kontrahenten allerdings nicht beeindruckten.

"In der ersten Hälfte hat er mehr Runden gewonnen als ich, aber in der zweiten Hälfte des Kampfes habe ich übernommen - ich war viel besser", äußerte Lomachenko Missfallen am Urteil der Punktrichter: "Ich habe gedacht, ich gewinne den Kampf. Aber das Resultat ist nun mal, wie es ist. Ich werde es nicht anfechten." Die drei Juroren werteten mit 117:111, 116: 112 und 119:109 überraschend deutlich für Lopez - zu deutlich, auch wenn es am Sieg des US-Amerikaners nichts zu deuteln gab.

Die Zahlen des Kampfes unterstrichen das Ergebnis der Punktrichter: Laut "Compubox" schlug Lopez deutlich häufiger (659:321) und traf seinen Gegner auch öfter (183:141). Lomachenko war in seinen Aktionen zwar präziser, sein lethargischer Auftritt in den ersten Runden wurde dem 32-Jährigen letztlich aber zum Verhängnis. Wie es nun mit dem entthronten Champion, der seine bis dato einzige Profi-Niederlage im Jahr 2014 kassierte, weitergeht? "Jetzt fahre ich erst mal nach Hause. Dann rede ich mit meinem Promoter und meinem Trainer. Dann werden wir eine Entscheidung fällen."

Quelle: ntv.de, tsi/rtl.de/sport.de