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Starkes Silber im Hexenkessel Märtens kann bei Schwimm-Party einfach mitfeiern

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Lukas Märtens begeistert und ist begeistert.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Lukas Märtens riss die Arme nach oben und war auf seinen Silber-Coup bei der Schwimm-EM sichtlich stolz. Während die italienischen Fans ihren Champion Gregorio Paltrinieri mit ohrenbetäubendem Jubel feierten, zeigte sich Märtens mit dem zweiten Platz über 800 Meter Freistil mehr als zufrieden.

"Ich bin super glücklich", sagte der 20-Jährige, der dem deutschen Team die zweite Medaille bei den Titelkämpfen im malerischen Freiluftbecken von Rom bescherte. Märtens musste sich mit seiner Zeit von 7:42,65 Minuten nur dem überragenden Paltrinieri geschlagen geben und schlug vor dessen Landsmann Lorenzo Galossi an.

"In so einem Feld muss man sich erstmal behaupten und das habe ich geschafft", sagte Märtens. Die Stimmung, die an eine Mischung aus Fußball- und Volksfestatmosphäre erinnerte, beeindruckte ihn und weckte Sehnsüchte. "Ich kriege mit, dass die ganzen Zuschauer hier für die Italiener brennen. Wir haben natürlich auch ein super Team dabei, das uns unterstützt. Aber das ist ja nichts dagegen", sagte Märtens. "Ich freue mich, wenn wir das vor eigener Kulisse auch mal haben."

Erfolg nach Corona-Infektion

Auf der Tribüne fieberte seine Freundin Isabel Gose mit. "Ich muss immer für zwei Leute nervös sein", sagte die 20-Jährige. "Ich kann immer gar nicht so richtig hinschauen, weil ich so aufgeregt bin. Ich glaube, ich bin bei ihm aufgeregter als bei mir." Vor dem Rennen ihres Partners, in dem Sven Schwarz Rang fünf belegte, hatte sich Gose in 1:57,70 Minuten als Zweitschnellste der Halbfinals für den Endlauf über 200 Meter Freistil qualifiziert. Am Vortag hatte sie über 800 Meter Freistil die erste Medaille für das deutsche Team in Rom geholt.

Für Märtens war es das zweite Edelmetall bei großen internationalen Titelkämpfen. Bei den Weltmeisterschaften in Budapest war er im Juni Zweiter über 400 Meter Freistil geworden. Für den Endlauf über 800 Meter hatte sich der Trainingspartner von Florian Wellbrock als Zweitschnellster der Vorläufe qualifiziert.

Wellbrock ließ das 800-Meter-Rennen aus. Der Freiwasser-Olympiasieger und WM-Silbergewinner auf dieser Strecke verzichtete auf einen Start, weil er nach einer Corona-Infektion im Juli noch nicht wieder in Topform ist. Der 24-Jährige will am Montag über 1500 Meter ins Renngeschehen eingreifen. Märtens war nach der WM ebenfalls an Covid-19 erkrankt, erholte sich davon jedoch besser als Wellbrock.

Weltrekord am Abend

In der Abendsession sorgte der Rumäne David Popovici neben Paltrinieri für den großen internationalen Höhepunkt. Der 17-Jährige schlug bei seinem Sieg im Finale über 100 Meter Freistil nach 46,86 Sekunden an und verbesserte den 13 Jahre alten Weltrekord des Brasilianers César Cielo um fünf Hundertstelsekunden. Cielo hatte seine Bestmarke ebenfalls im Foro Italico aufgestellt. Von den begeisterten Zuschauern wurde Popovici mit lauten Sprechchören gefeiert. "David, David", riefen die Fans.

Beim Sieg der Ungarin Viktória Mihályvári-Farkas im Finale über 400 Meter Lagen belegte Zoe Vogelmann den geteilten siebten Platz. Nele Schulze, Angelina Köhler, Josephine Tesch und Chiara Klein wurden Achte mit der deutschen 4x100 Meter Freistil-Staffel. Rückenschwimmerin Johanna Roas schied im 50-Meter-Halbfinale aus.

Für Märtens geht es schon an diesem Sonntagmorgen mit dem Vorlauf über 200 Meter Freistil weiter. Eine Medaillenfeier muss daher warten. "Eher danach, es sind ja noch ein paar Tage", sagte Märtens zu seinen Partyplänen.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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