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Nachtests der olympischen Dopingproben Matschiner warnt vor deutscher Bredouille

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Die Vorwürfe betreffen die die Olympischen Spiele 2006.

(Foto: dpa)

Sollte das IOC seine Ankündigung wahr machen und die Dopingproben der Olympischen Spiele 2006 tatsächlich auf Anabolika nachtesten, könnte das für "Deutschland im Langlauf noch einmal lustig werden" - glaubt der Doping-"Experte" Stefan Matschiner.

Der ehemalige österreichische Sport-Manager Stefan Matschiner sieht den deutschen Skilanglauf für den Fall von Nachtests von Dopingproben der Olympischen Winterspiele 2006 in der Bredouille. "Wenn die Proben noch vorhanden sind, könnte es für unser großes Nachbarland Deutschland im Langlauf noch einmal lustig werden", sagte der wegen Weitergabe von Dopingmitteln und versuchten Blutdopings verurteilte Österreicher im Deutschlandfunk. Namen nannte er nicht.

Matschiner sieht die angekündigten Nachtests allerdings skeptisch. "Ich denke, dass es nicht wirklich ein Interesse gibt, jetzt noch mal Kapitel aufzuschlagen, die schon lange geschlossen sind", sagte er. Mit neuen Doping-Fällen rechne er nicht: "Wahrscheinlich werden wir eine Nachricht erhalten, dass alles im grünen Bereich und perfekt ist."

Nachtests angekündigt

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte angekündigt, 350 Dopingproben von 200 Athleten nachtesten zu wollen. Ergebnisse werden noch vor Jahresende erwartet. Die bisher nach dem neuen Verfahren analysierten Proben deutscher Athleten waren laut der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada) negativ.

Matschiner kritisierte auch die Art und Weise des aktuellen Kampfes gegen Doping. Es würden Millionen und Abermillionen in Tests gesteckt, die zum großen Teil sinnlos seien. Es werde aber zu wenig Geld in die Forschung gesteckt. Damit unterstützte Matschiner die Forderung des Doping-Experten Perikles Simon nach einem grundlegenden Umdenken. Simon hatte im Interview mit n-tv.de eine Zäsur im Kampf gegen Doping gefordert.

Quelle: n-tv.de, lsc/sid

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