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"Das war sicher nicht schnell" Misslungenes Comeback frustet Ski-Queen Vonn

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Nicht glücklich: Lindsey Vonn.

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Platz 15 - für Lindsey Vonn ist das eine krachende Niederlage. Trotz aller Ambitionen auf ihren 83. Weltcup-Sieg misslingt dem amerikanischen Ski-Superstar das Weltcup-Comeback. Auch wenn sich das Ergebnis gut erklären lässt, stellt Vonn die Klamottenfrage.

Lindsey Vonn warf ein Kusshändchen ins Publikum, dann hob sie entschuldigend die Arme. "Ich bin sicher nicht happy mit dieser Platzierung, ich erwarte mehr von mir", sagte die Olympiasiegerin nach ihrem missratenen Comeback bei der Weltcup-Abfahrt von Cortina d'Ampezzo. Platz 15, 1,19 Sekunden hinter der Bestzeit von Ramona Siebenhofer aus Österreich - das war gar nicht im Stile der langjährigen "Speed Queen".

Während sich die beiden Deutschen Kira Weidle und Viktoria Rebensburg auf den Plätzen acht und elf in den Dolomiten gut verkauften, war Vonn weit weg von einstiger Stärke und Dominanz. "Ich habe immer die größten Hoffnungen, dass es einfach ist zurückzukommen und dass ich es gleich aufs Podium schaffe. Aber die Dinge müssen auch für mich laufen", sagte sie: "Ich habe nicht abgeliefert, wie ich das erhofft hatte."

"The Queen of Snow is back"

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Dabei schien alles angerichtet für eine Traumrückkehr nach der erneuten Knieverletzung im vergangenen November. Die Sonne schien auf die "Olimpia delle Tofane", wo Vonn bereits zwölf Mal triumphiert hatte, das frisch beschneite Dolomiten-Panorama zeigte sich von seiner schönsten Seite. Viele unter den rund 500 Zuschauern auf der Tribüne drückten Vonn die Daumen. "The Queen of Snow is back", stand auf einem Plakat, und als Vonn bei ihren Rennvorbereitungen auf der Videoleinwand eingeblendet wurde, brandete Jubel auf.

Doch als die 34-Jährige um 12.28 Uhr auf die Strecke ging, half ihr auch die Unterstützung von Schwester Laura und den Kumpels aus L.A. nichts. Vonn patzte im Mittelteil, "das war sicher nicht schnell und frustriert mich", sagte sie über ihre kleine Ausfahrt in tieferes Geläuf. Ganz unerwartet sei der "riesige Fehler" aber nicht gekommen, seit ihrem Trainingsunfall sei sie keine Abfahrt mehr gefahren. "Ich muss realistischer sein", sagte Vonn, "es braucht ein bisschen Zeit, bis man diese Geschwindigkeit wieder fahren kann."

"Werde Unterhosen und Rennanzug tauschen"

 Doch wenn sie auf ihrer Jagd nach Ingemar Stenmarks Siegrekord (86 Erfolge) etwas nicht hat, dann Zeit. Ihr Körper macht nicht mehr mit, in Cortina fuhr sie erstmals in einer Spezialabfahrt mit Schienen an beiden Knien, im März soll Schluss sein. Am Samstag und Sonntag bekommt Vonn in Cortina bei der zweiten Abfahrt und im Super-G ("da fühle ich mich besser") weitere Chancen. Ob ihr dann der 83. Sieg gelingen kann? "Ich werde meine Unterhosen und meinen Rennanzug tauschen und hoffe, dass mich das schneller macht", sagte sie und lachte.

Wie Vonn unterlief auch Weidle (0,76 Sekunden zurück) ein grober Schnitzer, der sie um einen Podestrang brachte. "Die Platzierung ist okay", sagte sie nach ihrem zweitbesten Karriere-Ergebnis, "und ich habe gesehen, dass ich echt richtig schnell sein kann hier runter." Ähnliches galt für Rebensburg, die erfolgreich einen neuen Schuh testete. "Da hat man gleich wieder mehr Spaß, wenn man das Gefühl hat, man kann etwas bewirken und vorne reinfahren", sagte sie und entschloss sich daher, auch am Samstag anzutreten. Michaela Wenig (+1,22) kam auf Platz 17 ein.

Quelle: n-tv.de, Marco Mader, sid

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