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Viertelfinale der Handball-WM Mit Kehrmann gegen Spanien

Handball-Bundestrainer Heiner Brand kann für das WM-Viertelfinale gegen Spanien am Dienstag in Köln mit Florian Kehrmann planen. Wie eine medizinische Untersuchung am Montag ergab, hat der Rechtsaußen beim Sieg über Island zwar eine Knieprellung erlitten. Er kann gegen Spanien aber dennoch auflaufen.

Gestiegen sind zudem sind die Chancen auf einen Einsatz von Regisseur Markus Baur, der nun doch "nur" an einer Wadenzerrung laboriert. Ursprünglich war man beim DHB davon ausgegangen, dass Baur mit einem Muskelfaserriss mindestens bis zu einem möglichen Halbfinale ausfallen würde. Pech hatte dagegen Oleg Velyky. Der 29-jährige Rückraumspieler wurde nicht mehr rechtzeitig fit, um noch nachnominiert werden zu können. Bundestrainer Heiner Brand holte stattdessen den zwischenzeitlich nach Hause geschickten Michael Haaß wieder zurück ins Team.

Erinnerungen an Athen

Doch unabhängig davon, welche Spieler dem DHB-Team zur Verfügung stehen: Fest steht, dass das Spiel gegen den Weltmeister aus Spanien große Spannung verspricht. Nicht nur, weil die Bilanz zwischen beiden Teams mit jeweils 22 Siegen bei fünf Remis absolut ausgeglichen ist, sondern auch, weil die Partie mit vielen Erinnerungen verbunden sein wird. Zu legendär war das letzte Viertelfinal-Duell beider Teams bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Henning Fritz war der Held im Siebenmeterwerfen, Daniel Stephan in seinem drittletzten Länderspiel gleich doppelter Matchwinner, und Christian Schwarzer bekam vor Erschöpfung direkt nach Spielende Infusionen gelegt.

Es war der 24. August 2004, Faliro Sports Pavillion, 20.51 Uhr Ortszeit. Kapitän Stephan feuerte den entscheidenden Ball im Siebenmeterwerfen ins Netz und verschwand kurz darauf unter einer riesigen Jubeltraube. 2:0 hatte Deutschland das Nervenspiel vom Punkt für sich entschieden, außer Stephan war nur Torsten Jansen erfolgreich gewesen. Zuvor hatte es nach zweimaliger Verlängerung in einer nicht enden wollenden Zitterpartie 30:30 gestanden.

Unglaubliche Anspannung

"So eine Anspannung und so ein Spiel habe ich noch nie erlebt", meinte der völlig erschöpfte Schwarzer später. "Blacky" traf genau wie Stephan insgesamt neunmal und rettete mit seinen Toren zum 29:30 sowie zum Ausgleich sein Team ins Siebenmeterwerfen. Doch als alles überragende Helden standen danach Stephan und Fritz im Rampenlicht.

Der Kapitän hatte bereits am Ende der ersten Verlängerung Nervenstärke bewiesen, als er vom Siebenmeterpunkt den Ausgleich erzielte. Die große Stunde von Teufelskerl Fritz, der während der regulären Spielzeit schier unhaltbare Bälle gehalten hatte, schlug dann im Siebenmeterwerfen. Der Kieler parierte drei Würfe und brachte die Spanier zur Verzweiflung.

Erlösung für "Kretzsche"

Der Verzweiflung nahe war vor Stephans erlösendem Schlusspunkt auch Stefan Kretzschmar gewesen. Der Handball-Punk aus Magdeburg, der nach Olympia seine Nationalmannschaftskarriere beendete, machte ein mäßiges Spiel und scheiterte im Siebenmeterwerfen gleich beim ersten Versuch. Da dachte "Kretzsche" noch, dass er wieder der "Depp der Nation" werden würde - genau wie vier Jahre zuvor.

Bei Olympia 2000 in Sydney knallte Kretzschmar im Viertelfinale den Ball beim Stand von 26:26 kurz vor Schluss von "seiner" linken Seite aus an die Latte, im Gegenzug fiel mit der Schlusssirene das 26:27. Der Gegner? Natürlich Spanien!

Kroatien nächster Gegner?

Zum ganz großen Wurf reichte es in Athen für die deutsche Mannschaft trotz des Erfolgs gegen Spanien aber nicht. Im Halbfinale bezwang die Auswahl von Bundestrainer Heiner Brand den dreimaligen Olympiasieger Russland noch sicher mit 21:15, im Endspiel behielt dann aber Kroatien mit 26:24 die Oberhand.

Auf Kroatien könnten die Deutschen im Falle eines Weiterkommens auch bei ihrer Heim-WM treffen, im Halbfinale. Zuvor muss das Team um Spielmacher Ivano Balic allerdings noch einen schweren Gegner bezwingen. In ihrem von vielen Experten als vorweg genommenes Endspiel betrachteten Viertelfinale treffen die Kroaten auf Europameister Frankreich.

Quelle: n-tv.de

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