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Deutsche Staffel im Glück Muhammad toppt eigenen Hürden-Weltrekord

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Die 29-Jährige setzte sich vor ihrer Teamgefährtin Sydney McLaughlin und der Jamaikanerin Rushell Clayton durch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit einer Zeit von 52,16 Sekunden sichert sich die US-Amerikanerin Dalilah Muhammad bei der Leichtathletik-WM nicht nur Gold über 400 m Hürden, sondern auch den Weltrekord. Die deutschen Athleten holen zwar keine Medaille, hoffen aber auf einen furiosen Endspurt.

Die US-Amerikanerin Dalilah Muhammad hat bei der Leichtathletik-WM in Doha für den ersten Einzel-Weltrekord gesorgt. Die 29-Jährige setzte sich über 400 m Hürden in 52,16 Sekunden durch und blieb vier Hundertstel unter der bisherigen Bestmarke, die sie selbst erst Ende Juli aufgestellt hatte. Muhammad kassiert für den Rekord 100.000 Dollar. Zuvor hatte in Doha die US-Staffel im erstmals bei der WM ausgetragenen Mixed-Wettbewerb über 4x400 m einen Weltrekord aufgestellt.

Hinter Muhammad holte ihre 20 Jahre alte Landsfrau Sydney McLaughlin Silber und blieb in 52,23 Sekunden nur knapp über der vorherigen Bestmarke. Bronze ging mit großem Abstand an die Jamaikanerin Rushell Clayton (53,74).

Die schnellen Frauen um Gina Lückenkemper kämpften sich derweil gehandicapt vom Verletzungspech gerade noch so ins Staffel-Finale, das Diskus-Trio hatte keine Chance auf eine Medaille: Am drittletzten Tag der WM in Doha gingen die deutschen Leichtathleten zwar leer aus - hoffen nun aber auf einen furiosen Endspurt am Wochenende. In Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo, den starken Speerwerfern um Olympiasieger Thomas Röhler und Titelverteidiger Johannes Vetter sowie Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen gehen an den letzten beiden Tagen gleich mehrere heiße Medaillenanwärter an den Start.

Das deutsche Quartett mit Vize-Europameisterin Lückenkemper (Berlin), Lisa Marie Kwayie (Neukölln), Yasmin Kwadwo (Leverkusen), Jessica-Bianca Wessolly (Mannheim) kämpft am Samstag über die 4x100 m um die Medaillen - doch die Voraussetzungen sind nicht gerade optimal. In 42,82 Sekunden qualifizierte sich die als Jahresschnellste angereiste DLV-Auswahl nur über die Zeitregel. "Heute haben wir das Glück auf unserer Seite gehabt", sagte Lückenkemper im ZDF: "Hoffentlich brauchen wir das morgen nicht, sondern zeigen, was wir können. Wir wollen morgen nochmal angreifen."

Verletzungspech reißt nicht ab

Denn das Verletzungspech, das die deutschen Sprinterinnen die gesamte Saison verfolgt hatte, schlug auch in Doha zu. Während des Sommers hatten nacheinander Rebekka Haase, Lisa Mayer und Laura Müller ihre Saison unfreiwillig beenden müssen. Nun fehlte die deutsche 100-m-Meisterin Tatjana Pinto. Die Paderbornerin hatte sowohl über die 100 m als auch die 200 m das Halbfinale erreicht, sich über die längere Strecke allerdings dann eine Muskelverletzung zugezogen.

Weitsprung-Ass Mihambo kam wegen der Terminkollision mit ihrem Wettbewerb (Qualifikation am Samstag) nicht für die Staffel in Frage, sie hatte über 100 m die Quali-Norm für die WM erfüllt.

Im Diskusfinale hofften gleich drei Deutsche auf eine Außenseiterchance. Doch die deutsche Meisterin Kristin Pudenz (Potsdam/57,69) und Claudine Vita (Neubrandenburg/60,77) schieden als Elfte und Neunte bereits nach drei Würfen aus. Beste deutsche Starterin war die EM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale), die mit 61,55 auf Platz acht landete. Die 33-Jährige, die ihre siebte WM bestreitet, hatte die letzten Medaillen für die deutschen Diskuswerferinnen geholt. 2011 wurde sie in Daegu Zweite, 2015 in Peking Dritte. Es siegte die Jahresweltbeste Yaime Perez (68,10) aus Kuba vor ihrer Landsfrau Denia Caballero (68,44) und Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Sandra Perkovic (Kroatien/66,72).

Die Männer-Staffel mit dem deutschen 100-m-Rekordler Julian Reus (Erfurt) sowie Joshua Hartmann (Köln), Marvin Schulte und Roy Schmidt (beide Leipzig) hatte keine Chance auf den Endlauf. In 38,42 wurde das DLV-Quartett in seinem Rennen Siebter. Ebenfalls keine Chance im Halbfinale über 1500 m hatte Amos Bartelsmeyer (Frankfurt), der in 3:37,74 Minuten Elfter seines Laufs wurde.

Quelle: ntv.de, ftü/sid