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Neuen Team-Superstar abgehängtFlorian Lipowitz als Boss? Rad-Hoffnung bringt sich in Stellung

30.03.2026, 15:18 Uhr
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Florian Lipowitz ist bei der Katalonien-Rundfahrt aufs Podest gefahren. (Archivbild) (Foto: Nicolás Carvalho Ochoa/dpa)

Tour-Sensation Florian Lipowitz hat seinen Teamkollegen Remco Evenepoel bei der Katalonien-Rundfahrt am Berg dominiert. Im Hinblick auf die kommende Tour de France stärkt das sein Standing. 

Florian Lipowitz verließ Barcelona mit einem vielsagenden Lächeln. Dort, wo er am 4. Juli in den Kampf ums erneute Tour-Podest starten will, hatte der Vorjahresdritte der Frankreich-Rundfahrt die nicht wenigen Zweifler nachhaltig beeindruckt. Lipowitz, das zeigte er deutlich bei seiner bärenstarken Katalonien-Rundfahrt, kann sehr wohl gegen seinen schwer prominenten Neu-Teamkollegen Remco Evenepoel bestehen. Und deshalb mit viel Selbstvertrauen Richtung Sommer durchstarten.

"Wir können mit unserer Vorstellung superhappy sein", sagte der 25 Jahre Ulmer und sprach wie stets lieber vom "Wir" als vom "Ich". Platz drei beim schweren spanischen Etappenrennen, das seit der Premiere 1911 nie ein Deutscher auf dem Podium beendet hatte, war aber auch ein ganz persönlicher Erfolg für Lipowitz - vor allem im Hinblick auf Hierarchie beim deutschen Rennstall Red Bull-bora-hansgrohe.

Denn Doppel-Olympiasieger Evenepoel, zur neuen Saison mit viel Getöse zu RB gelotst, konnte an den langen katalanischen Anstiegen nicht mit Lipowitz mithalten. Phasenweise fuhr der 26-Jährige lamentierend den Favoriten hinterher, fügte sich aber insgesamt doch willig ins Teamgefüge - und gab den Edelhelfer für Lipowitz, der souverän, ruhig und kraftvoll am Berg agierte. Der frühere belgische U16-Nationalfußballer Evenepoel als Mannschaftsspieler - diese Rolle war ihm nicht unbedingt zugetraut worden.

Die Zusammenarbeit läuft "super"

"Wir haben gesehen, wie sich die Dinge in ein paar Tagen einspielen können", sagte Red Bulls Sportlicher Leiter Patxi Vila: "Das war mit Blick auf die Tour eines der wichtigsten Learnings. Die Zusammenarbeit zwischen Remco und Lipo war super!"   

Natürlich verwies Evenepoel, letztlich Gesamtfünfter, auf seinen Crash während der dritten Etappe. "Das war eine Schande. Ohne den hätte ich sicher mehr aus dieser Woche mitnehmen können", sagte er. Dennoch verfestigte sich der Eindruck aus den Vorjahren: Auf den langen Kletterstücken, essenziell für einen großen Rundfahrt-Erfolg, ist er gegenüber den Allerbesten deutlich im Nachteil.  

Dass sich Evenepoel in Katalonien unterordnete, heißt aber nicht automatisch, dass er dies auch bei der Tour so handhabt. Zumal jene mit einem hügeligen Teamzeitfahren beginnt, bei dem die Zielzeit eines jeden Profis persönlich zählt. Evenepoel, weltbester Zeitfahrer, wird die Chance in Barcelona auf jeden Fall und ohne Rücksicht auf Lipowitz nutzen wollen, um ins Gelbe Trikot zu fahren. Zumal der Tour-Sieg immer noch der große Traum Evenepoels ist, der bei Red Bull mit einem geschätzten Jahressalär von über sechs Millionen Euro zum zweitbestbezahlten aller Profis nach Tadej Pogacar geworden ist.

Nicht mehr drin als Platz drei?

Die Aussicht aufs Tour-Gesamtpodest aber, das dürfte den RB-Verantwortlichen in Katalonien klarer geworden sein, scheint für Lipowitz größer. Auch wenn im Normalfall Platz drei das Maximum ist. Hinter Titelverteidiger Tadej Pogacar, der im Frühjahr bei den Klassikern die Konkurrenz in Schutt und Asche fährt. Und hinter Jonas Vingegaard, der sich beim Sieg im Katalonien in bestechender Form zeigte.

Seine Konkurrenten seien sehr stark gewesen, sagte der Däne in Barcelona, "sie haben mich unter gewaltigen Druck gesetzt und einen sehr guten Job gemacht." Sehr wahrscheinlich meinte er damit eher Lipowitz als Evenepoel. 

Quelle: ntv.de, msc/sid

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