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Basketball-Traum könnte wahr werden Nowitzki hat die Hand am Ring

Nur noch ein Sieg trennt Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks vom großen Ziel. Vor dem sechsten Spiel der NBA-Finalserie in Miami führen die Texaner nach einer starken Teamleistung mit 3:2 und haben nun zwei Matchbälle. Und was sagt Mavericks-Held Nowitzki? "Gefeiert wird, wenn wir den vierten Sieg holen."

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Dirk Nowitzki ist nicht nur für Shawn Marion ein Halt, sondern für das gesamte Team.

(Foto: dpa)

Als Dirk Nowitzki unten auf dem Parkett die Arme nach oben riss, kochte oben auf den Tribünen die Stimmung endgültig über. Die mehr als 20.000 Fans jubelten den Dallas Mavericks von den Rängen zu und zeigten voller Stolz ihre blauen T-Shirts mit der Aufschrift "The Time is now".

Es ist an der Zeit für das Team um den deutschen Basketballstar, und nach dem 112:103 in der NBA-Finalserie gegen die Miami Heat sind die Mavericks dem Titel so nah wie noch nie. Schon am Montag (02.00 Uhr MESZ/Sport1+) könnten die Texaner durch einen Sieg in Florida den ersten Triumph der Vereingeschichte perfekt machen und gleichzeitig Revanche für das verlorene Finale von 2006 nehmen.

Nowitzki hat schon eine Hand am Meisterring, doch "Big D" bleibt mit beiden Füßen auf dem Boden. "Gefeiert wird, wenn wir den vierten Sieg holen. Ansonsten war alles umsonst", sagte Nowitzki nach dem umjubelten Erfolg. Mit einer 3:2-Führung im Gepäck sind die Mavericks am Freitag Richtung Miami abgehoben, mit der Trophäe an Bord des Flugzeuges soll es möglichst bald zurückgehen.

Zwei Matchbälle haben sich die Mavericks durch den Erfolg im dritten und letzten Heimspiel der "Best of Seven"-Serie erarbeitet. Geht es nach Nowitzki, sitzt gleich der erste. "Wir wollen das Momentum nicht wieder hergeben. Du willst denen kein neues Leben geben", sagte der Nationalspieler.

Zuschauer als sechster Mann

Angetrieben von den Zuschauern im American Airlines Center bot Dallas im letzten Heimspiel der Saison den eigenen Fans seine bislang beste Vorstellung. Mit "Normaltemperatur" lief Nowitzki heiß, nachdem er sich in der Nacht zum Mittwoch von Fieber geschwächt mehr oder weniger durch das vierte Spiel gekämpft hatte.

Laute "MVP"-Rufe schallten von den Rängen, wenn der "Blonde" an die Freiwurflinie trat, und Nowitzki verwandelte gewohnt sicher alle zehn Versuche. Mit 29 Punkten war der gebürtige Würzburger bester Werfer auf dem Parkett, auch seine Teamkollegen setzten sich diesmal ausgezeichnet in Szene. Jason Terry verbuchte 21 Zähler, Tyson Chandler (13), Jason Kidd (13) und J.J. Barea (17) zeigten sich ebenfalls treffsicher. Vor allem von der Dreipunktelinie taten die Mavericks dem Gegner weh, 13 von 19 Versuchen (68,4 Prozent) fanden ihr Ziel.

Wade gehandicapt, James schwach

Miami offenbarte vor allem in der viel gerühmten Abwehr Schwächen, außerdem kämpfte Dwyane Wade nach einem Foul fast über die gesamte Spieldauer mit Hüftproblemen und war nicht so effektiv wie in den vorherigen Begegnungen. Dazu ließ LeBron James seinen großen Ankündigungen keine Taten folgen, der siebenmalige Allstar war trotz eines Triple-Double (17 Punkte, 10 Rebounds, 10 Assists) erneut ein Schatten seiner selbst.

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Erneut geschlagen: Die Miami-Superstars Dwyane Wade und LeBron James.

(Foto: dpa)

Die Mavericks verpassten es allerdings, daraus Kapital zu schlagen, erst 2:45 Minuten vor der Schlusssirene brachte Nowitzki sein Team mit einem Dunking zum 102:100 auf Siegkurs. Als Terry 33, 3 Sekunden vor dem Ende mit einem Dreier zum 108:101 traf, war das Spiel gelaufen.

Das Fieber ist weg

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Großartige Unterstützer in Spiel fünf. "Die Fans waren super", schwärmte Nowitzki.

(Foto: dpa)

Nowitzki lobte nach dem Erfolg vor allem das Publikum. "Die Fans waren super. Sie haben uns immer nach vorne gepusht, der Sieg heute war auch für sie", sagte der Topscorer der Mavericks. Miami verkaufte sich auswärts erneut unter Wert, allein deshalb rechnet Nowitzki mit einer Reaktion: "Die werden alles dransetzen vor heimischen Publikum, sie werden mit viel Energie spielen", erklärt der Publikumsliebling und gibt die Marschroute vor: "Wir müssen es wie ein siebtes Spiel angehen."

Die hartnäckige Erkältung ist für Nowitzki auf dem Weg zur Erfüllung seines großen Traums mittlerweile kein echtes Thema mehr: "Das Fieber ist weg, Husten und Schnupfen werden wohl eine Weile bleiben. Aber das ist nebensächlich, es sind ja schließlich die Finals."

Quelle: ntv.de, Matthias Schlingmann, sid