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Eklat um Eisschnelllauf-Ikone Pechstein wirft Bundestrainer Lügen vor

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Claudia Pechstein wehrt sich gegen die heftigen Attacken des Bundestrainers.

(Foto: imago images/VI Images)

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein reagiert ausführlich auf den Brandbrief von Bundestrainer Erik Bouwman. Die 48-Jährige wirft dem Niederländer Lügen vor. Den Sportdirektor des Verbands greift sie ebenfalls an - wegen dessen Untätigkeit.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat ausführlich auf die Generalabrechnung von Bundestrainer Erik Bouwman reagiert und dem 47-jährigen Niederländer unter anderem Lügen vorgeworfen. "Manche Dinge sind am besten mit Galgenhumor zu ertragen", schrieb Pechstein in einem langen Statement bei Facebook: "Ich frage mich, was einen Mann, mit dem ich bislang so gut wie nichts zu tun hatte, antreibt, Lügen über mich in die Welt zu setzen?"

Bouwman, der das Team erst vor diesem Winter als Cheftrainer übernommen hatte, hatte Pechstein vor den Allround-Weltmeisterschaften im norwegischen Hamar am vergangenen Wochenende verbal hart angegriffen. Die 48-Jährige trage eine "Maske mit einer boshaften doppelten Agenda", habe "nur Eigeninteressen" und verfolge eine "populistische Propaganda", hatte er unter anderem in einem Offenen Brief geschrieben. Das Verhältnis zwischen Bouwman und Pechstein gilt seit Beginn der Zusammenarbeit über den Verband als zerrüttet.

"Warum sanktionieren Sie das Verhalten nicht?"

Pechstein wandte sich in ihrem Statement auch an Sportdirektor Matthias Kulik von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). "Herr Kulik, warum sanktionieren Sie dieses unsportliche Verhalten Bouwmans nicht?", so Pechstein. Die DESG hatte in einer ersten Stellungnahme vor zwei Tagen noch mitgeteilt, das Thema "intern" behandeln zu wollen. Laut Pechstein hat es vonseiten der DESG mittlerweile aber eine Entschuldigung durch Schatzmeister Dieter Wallisch gegeben.

Wallisch selbst sagte laut Deutscher Presse-Agentur: "Der Brief von Erik Bouwman war schon eine Überraschung für mich, und ich muss sagen: Mir langt es langsam." Zur Kritik des Bundestrainers, der moniert hatte, dass Deutschland im Eisschnelllauf nur noch ein "Entwicklungsland" sei, sagte Wallisch: "Ich bin erst seit einem Jahr in der Verantwortung. Was davor passiert ist, kann ich nicht mehr beeinflussen."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid