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Mühevoller Auftaktsieg in Wimbledon Petkovic erreicht Runde zwei

Nach Rainer Schüttler und Tobias Kamke zieht die Darmstädterin Andrea Petkovic als dritter deutscher Tennis-Profi in die zweite Runde von Wimbledon ein. In ihrem Auftaktmatch gegen die Französin Stephanie Foretz Garcon hatte sie aber mehr Mühe, als das Ergebnis vermuten lässt.

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Nach ihrem Auftaktsieg steht Andrea Petkovic in der zweiten Runde.

(Foto: picture alliance / dpa)

Andrea Petkovic wirkte ein bisschen nervös, doch auf historischem Boden hat die beste deutsche Tennisspielerin vorerst Frieden mit dem heiligen Rasen von Wimbledon geschlossen. Zum mittlerweile vierten Mal ist die 23 Jahre alte Darmstädterin auf die Anlage des ehrwürdigen All England Clubs gekommen, zum ersten Mal steht sie in der zweiten Runde. Auf Court Nummer 18, wo im vergangenen Jahr das längste Spiel der Geschichte zwischen John Isner (USA) und Nicolas Mahut (Frankreich) stattgefunden hatte, besiegte Petkovic die Französin Stephanie Foretz Garcon mit 6:3, 6:4.

Dubois wartet in der nächsten Runde

"Das war jetzt nicht so ein Riesending, aber als ich vom Platz bin, dachte ich: Boah, Wimbledon, zweite Runde. Das ist schon etwas Besonderes", sagte Petkovic. In der Tat hatte die Fed-Cup-Spielerin mehr Mühe, als es das Ergebnis aussagt. Nicht von ungefähr wischte sie sich nach immerhin 1:23 Stunden mit der rechten Hand zunächst demonstrativ den Schweiß von der Stirn, dann folgte die obligatorische Tanzeinlage: Diesmal war es ein kurzes Hüftkreisen, Hula-Hoop ohne Reifen. Inspiriert dazu hatte sie während einer Regenpause beim Training der serbische Weltranglistenzweite Novak Djokovic: "Ich war grottenschlecht", sagte Petkovic - und übte deshalb nach dem Sieg gleich mal.

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Trotz Brille fehlte ihr der nötige Durchblick: Stephanie Foretz Garcon.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Rasen dachte Petkovic bislang eher an Picknick, an Wimbledon hatte sie bislang keine guten Erinnerungen. Zweimal scheiterte sie in der Qualifikation, 2010 in der ersten Runde in drei Sätzen an Anna Tschakwetadse aus Russland. Zu diesem Zeitpunkt war Petkovic freilich erst die Nummer 118 der Weltrangliste - zwölf Monate später steht sie 107 Positionen besser da und ist an der Church Road entsprechend auf Rang 11 gesetzt. Auch die nächste Gegnerin ist von der Papierform her kein echter Prüfstein - und erneut ein Lucky Loser: Stephanie Dubois aus Kanada. Petkovic aber sagt: "Ich darf sie nicht unterschätzen."

Starke Aufschläge führen zum Erfolg

Petkovic hatte das Match auf dem geschichsträchtigen Court 18, für den kurioserweise wie bei "Isner vs. Mahut" vor einem Jahr der Schwede Mohamed Lahyani als Schiedsrichter eingeteilt worden war, wunschgemäß begonnen. Im zweiten Spiel gelang der 23-Jährigen ein Break, aus dem 2:0 wurde allerdings schnell ein 2:2, danach ging sie 4:2 in Führung - große Souveränität gegen die nachträglich ins Hauptfeld gerutschte Französin zeigte Petkovic danach aber nicht. Die Leistungen beider Spielerinnen schwankten bisweilen enorm. Immerhin schlug die deutsche Nummer eins stark auf - und wesentlich mehr "Winner".

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Setzte sich gegen Blaz Kavcic durch: Tobias Kamke.

(Foto: picture alliance / dpa)

Petkovic war am zweiten Tag der 125. All England Championships erst der zweite deutsche Tennis-Profi, der nach dem unverwüstlichen Rainer Schüttler (Korbach) in die zweite Runde einzog. Von den 19 deutschen Teilnahmern waren Philipp Kohlschreiber (Augsburg), Tommy Haas (Sarasota/USA), Michael Berrer (Stuttgart) und Matthias Bachinger da bereits gescheitert. Dafür steht Tobias Kamke in der zweiten Runde. Nachdem sein Match gegen Blaz Kavcic (Slowenien) am Montag wegen Regens abgebrochen wurde, setzte er sich am Dienstag mit 6:3, 7:6 (7:4), 5:7, 6:1 durch. Kamke trifft nun auf Andy Murray (Großbritannien).

Quelle: ntv.de, Thomas Häberlein, sid

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