Sport

Skandal bei Ski-WM in Seefeld Polizei leakt Video mit Dopingbetrüger

Das veröffentlichte Video soll den Langläufer des österreichischen Skiverbandes, Max Hauke, auf frischer Tat beim Blutdoping zeigen.

Das veröffentlichte Video soll den Langläufer des österreichischen Skiverbandes, Max Hauke, auf frischer Tat beim Blutdoping zeigen.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Ein Video zeigt einen österreichischen Wintersportler bei einer Razzia während der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld mit der Bluttransfusionsnadel im Arm. Der Urheber des Clips muss sich auf Konsequenzen gefasst machen. Vorerst ist der Polizeibeamte vom Dienst befreit.

Im Internet kursiert ein Video, das den österreichischen Ski-Langläufer Max Hauke kurz vor seinem Wettkampf bei der Nordischen Ski-WM beim Doping zeigen soll. Der Urheber, ein österreichischer Polizist, muss strafrechtliche Konsequenzen fürchten. Der Clip soll von einem ermittelnden Beamten weitergegeben worden sein. Die Person sei "ausgeforscht und vom Einsatz abgezogen" worden, bestätigte ein Sprecher des österreichischen Bundeskriminalamts. Auf den Beamten komme zudem ein Disziplinarverfahren zu.

2e21063910dd0a652b56be59d83fd356.jpg

Die Polizei durchsuchte bei ihrer Doping-Razzia die Unterkünfte der Athleten und ein benachbartes Ferienhaus.

(Foto: www.imago-images.de)

Bei der Razzia am Mittwochabend waren in Seefeld sieben Verdächtige festgenommen worden. Die fünf festgenommenen Langläufer aus Österreich, Kasachstan und Estland haben Eigenblutdoping inzwischen gestanden und sind wieder auf freiem Fuß. Nach Einschätzung von Alfons Hörmann sind keine deutschen Athleten am Doping-Skandal bei der Ski-WM um den Erfurter Arzt Mark S. beteiligt.

"Wir sind nach aktuellem Kenntnisstand davon überzeugt, dass deutsche Sportlerinnen und Sportler nicht betroffen sind", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes im ZDF. In Österreich herrscht weiter eine andere Einschätzung vor. Peter Schröcksnadel Präsident des österreichischen Ski-Verbands (ÖSV) erneuerte seinen Vorwurf. "Ich habe Informationen, dass auch deutsche Athleten betroffen sind", sagte der 77-Jährige auf MDR-Nachfrage.

"Dass betrogen wird, ist eh klar. Aber so viel Dummheit"

Auch Doping-Experte Professor Werner Franke glaubt nicht daran, dass keine deutschen Sportler in den Doping-Skandal bei der Nordischen Ski-WM verstrickt sein sollen. Dass unter den bislang fünf festgenommenen Athleten keine Deutschen sind, führt Franke auf die "wesentlich härteren Gesetze" in Österreich zurück: "Es ist bezeichnend, dass die Razzia gemeinsam mit österreichischen Beamten vorbereitet und durchgeführt wurde", sagte er der Tageszeitung "Die Welt". Überrascht über den neuen internationalen Doping-Skandal war Franke nicht: "Dass betrogen wird, ist eh klar. Aber so viel Dummheit."

Ebenso sieht es mit dem Zentrum des Skandals aus: "Der Standort Erfurt ist mir in all den Jahren immer wieder in Zusammenhang mit Doping begegnet - in der DDR und auch danach. Auch im Fall Pechstein und anderer Eisschnellläufer taucht Erfurt immer wieder auf." Der Sportarzt Mark S. und drei seiner Komplizen wurden am Mittwoch im Rahmen der "Operation Aderlass" in Erfurt festgenommen. Der Mediziner soll Drahtzieher eines international agierenden Dopingnetzwerkes sein, das auch bei der Ski-WM in Seefeld sein Unwesen trieb. Das Präsidium des Landessportbundes Thüringen hat der Praxis die Lizenz als sportmedizinische Untersuchungsstelle entzogen.

Quelle: n-tv.de, jho/dpa/sid

Mehr zum Thema