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Ganz am Ende falsch abgebogenRadprofis sprinten am Ziel vorbei - Etappe annulliert

19.02.2025, 22:13 Uhr
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Sieger für ein paar Minuten: Filippo Ganna. (Foto: IMAGO/Photo News)

Mehr als 190 Kilometer haben die Fahrer bei der ersten Etappe der Algarve-Rundfahrt in den Beinen. Dann biegt im letzten Kreisverkehr vor dem Ziel ein Motorrad von der Strecke ab - und das Fahrerfeld folgt und fährt parallel zum Zieleinlauf auf einer Umgehungsstraße. Die Etappe muss gestrichen werden.

Eine unklar gestaltete Zieleinfahrt hat beim Auftakt der Algarve-Rundfahrt für Aufregung gesorgt. 800 Meter vor dem Ziel bog der Großteil des Pelotons falsch ab und befand sich auf der falschen Straßenseite. Aufgrund der chaotischen Zustände im Ziel wurde die Wertung der ersten Etappe im Anschluss storniert.

Der vermeintliche Gewinner auf dem Teilstück von Portimao nach Lagos war der zweimalige Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna aus Italien. "Die heutige Etappe wurde wegen eines Problems auf der Zielgeraden annulliert. Es wird also keine Ergebnisse und keinen Etappensieger geben", hieß es auf den Kanälen der Rundfahrt kurz und knapp.

Ursache für die Probleme war die Ausfahrt aus dem letzten Kreisverkehr vor dem Ziel. Dort waren sowohl die rechte als auch die linke Straßenseite nicht abgesperrt gewesen. Doch statt in die mit Barrikaden abgesteckte Zielgerade einzufahren, bogen die Fahrer aufgrund fehlender Beschilderung auf die andere Seite ab und befanden sich im Rücken der Zuschauer auf der Umleitung für die Autos, die die Tour begleiten. Teilweise kletterten die Radprofis über die Zuschauerbarrikaden zurück auf die richtige Seite.

"Das ist ziemlich frustrierend"

"Die Umgehungsstraße war nicht gesperrt. Daher sind die Fahrer dem Motorrad gefolgt. Es ist jedes Jahr der gleiche Zieleinlauf. Aber die Verantwortung tragen die Organisatoren. Es hätte Konsequenzen geben können - zum Glück war das nicht der Fall", sagte der Österreicher Marco Haller: "Für mich ist das lächerlich. Wir kämpfen 190 Kilometer um die Position und am Ende ist das für Nichts. Das muss Konsequenzen haben. Das ist ziemlich frustrierend."

Auch der belgische Radstar Wout van Aert beklagte sich. "Diese Straße hätte gesperrt werden müssen. Es lag definitiv ein menschlicher Fehler vor. Der erste Fahrer ist dem Motorrad gefolgt, die anderen sind hinterher", sagte der 30-Jährige: "Als ich sah, dass Leute uns signalisierten, langsamer zu fahren, wurde mir die Situation bewusst. Es ist fast schon lächerlich."

Weiter geht es mit der Tour am morgigen Donnerstag, die fünfte und letzte Etappe findet am Sonntag statt. Unter anderem sind der zweimalige Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard und der viermalige Vuelta-Champion Primoz Roglic mit dabei.

Quelle: ntv.de, jwu/sid

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