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Riskanter Coup für Bolls BorussiaDüsseldorf bricht mit Superstar Fan in neue Dimensionen auf

16.03.2026, 16:01 Uhr
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Künftig ein Düsseldorfer: Fan Zhendong. (Foto: IMAGO/RHR-Foto)

Tischtennis-Superstar Fan Zhendong wechselt in der Bundesliga sensationell vom 1. FC Saarbrücken-TT zu Branchenprimus Borussia Düsseldorf. Der Deal ist mehr als nur ein Transfer. Er hat auch eine emotionale Komponente.

Superstar Fan Zhendong hält die Tischtennis Bundesliga in Atem: Im spektakulärsten Transferdeal der bald 60-Jährigen Geschichte des Oberhauses hat Rekordmeister Borussia Düsseldorf den chinesischen Olympiasieger zur kommenden Saison von Champions-League-Gewinner 1. FC Saarbrücken-TT weggelockt - auch mithilfe von Vereinsikone und Fans Freund Timo Boll.

"Wenn ich ein neues Kapitel in Düsseldorf beginne", sagte Fan auf der Borussen-Homepage über seinen sensationellen Wechsel an den Rhein, "spüre ich eine besondere Verbindung zu dem Verein, bei dem Timo sein beeindruckendes Vermächtnis hinterlassen hat. Ich fühle mich geehrt, in seine Fußstapfen zu treten." Beim FCS begründete Fan seinen Abschied mit der "Inspiration zu einer neuen Herausforderung durch meine enge Beziehung zu Timo".

"Er wird auch wie ein Superstar bezahlt"

Aus Bolls Sicht entsteht durch den Umzug des zweimaligen Einzel-Weltmeisters zum Branchenführer eine perfekte Symbiose. "Sein Wechsel ist ein logischer Schritt, denn in Düsseldorf schlägt das Herz des Tischtennissports", sagte der 45-Jährige als Borussia-Botschafter. Fans bekannte Hoffnung auf ein Engagement in Düsseldorf an Bolls Seite waren 2024 nach seiner olympischen Goldmedaille in Paris zunächst noch unerfüllt geblieben. Das deutsche Idol jedoch hatte das exzellente Verhältnis zu dem 29-Jährigen auch nach Ende seiner Profilaufbahn im Vorjahr weiter gepflegt.

Zuletzt hatte Bolls Familie im heimischen Odenwald zusammen mit Fan Weihnachten gefeiert, gemeinsam besuchen beide Idole immer wieder Heimspiele von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund. "Zhendong", konnte Boll aus privaten Unterhaltungen zweier ehemaliger Weltranglistenersten berichten, "hat Lust auf Deutschland und die Bundesliga."

Düsseldorf stößt durch seinen Coup in neue, für das deutsche Tischtennis völlig unbekannte Dimensionen vor – auch finanziell. "Fan ist ein Superstar, und er wird deswegen auch wie ein Superstar bezahlt. Das hatten wir in der Bundesliga noch nie, das ist wohl noch über Timos früheren Zeiten. Es ist zwar auch ein gewisses Risiko, aber es ist auch eine Chance, die nur einmal kommt", sagte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß im Gespräch zum Volumen der Abmachung.

Tischtennis-Hauptstadt Düsseldorf

Andererseits, sagte Preuß, "eröffnen sich für unsere Vermarktung auch ganz neue Möglichkeiten". Fans ungeheure Popularität und Medienpräsenz bei seinen Landsleuten stellen einen für deutsche Verhältnisse noch schier unvorstellbaren Markt dar.

Der von Borussias international hohen Sympathiewerten verstärkte "Fan-Faktor" dürfte auch der Attraktivität der gesamten Bundesliga zu einem abermaligen Sprung verhelfen. Schon durch Fans Engagement in Saarbrücken generierte die TTBL in der Auslandsvermarktung Zusatzeinnahmen in Höhe eines kleineren sechsstelligen Betrags. Die regelrechten Massenanstürme besonders chinesischer Anhänger aus aller Welt auf Fans bisherige Auftritte in seiner TTBL-Debütsaison deuten auf weitere Potenziale etwa im Merchandising hin.

Sportlich ist Fan für Düsseldorfs ein Wechsel auf die Zukunft. Denn die laufende Spielzeit könnte – pikanterweise auch durch Fans derzeitige Saarbrücker Mannschaft - für die erfolgsgewohnten Rheinländer zur zweiten nacheinander ohne Titel geraten. An Düsseldorfs jedoch höheren Ambitionen lässt Preuß keinen Zweifel: "Wir sind ja überall vorne dabei und haben deshalb unsere Marktmacht nicht verloren. Aber wir haben schon den Anspruch, in Deutschland und auch Europa die Tischtennis-Hauptstadt zu sein."

Quelle: ntv.de, tno/sid

Timo Boll