SCM muss überraschend zitternGnadenloser Trefferhagel: Nie warfen Füchse mehr Bundesliga-Tore

Die Füchse Berlin überrollen in der Handball-Bundesliga Erlangen: Der deutsche Meister stellt seinen Vereinsrekord ein. Der SC Magdeburg, designierter Nachfolger der Hauptstädter, muss überraschend zittern.
Der SC Magdeburg hat die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga mit einem mühevollen Sieg ausgebaut. Der Champions-League-Sieger gewann am Sonntag 27:25 (11:11) beim abstiegsbedrohten Bergischen HC und nutzte damit den Patzer der SG Flensburg-Handewitt. Der bis dato erste Verfolger des SCM hatte am Vortag das Nordderby beim THW Kiel verloren (33:37) und hat nun bereits sieben Punkte Rückstand auf Magdeburg.
Die Füchse Berlin profitierten ebenfalls von der Flensburger Niederlage und schoben sich mit einem Schützenfest am Sonntag vorbei auf Rang zwei. Der Meister fegte angeführt vom dreimaligen Welthandballer Mathias Gidsel (elf Tore) mit 45:29 (23:15) über den HC Erlangen hinweg und hat nach dem neunten Ligasieg in Serie weiter sechs Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Am nächsten Spieltag (28. März) kommt es zum Gipfeltreffen.
Mit dem Torhagel stellten die Füchse den eigenen Bundesligarekord ein: In der vergangenen Saison erzielte der spätere Meister beim 45:35 gegen den VfL Gummersbach ebenfalls 45 Tore. Der Bundesligarekord liegt bei 54 Toren (THW Kiel - SC Magdeburg (54:34), 2005). Den Schlusspunkt setzte standesgemäß Europameister Lasse Andersson wenige Sekunden vor Schluss mit einem mächtigen Rückraumwurf.
"Hartes Stück Arbeit"
Vier Tage nach der deutlichen Champions-League-Pleite bei Paris Saint-Germain (26:34) hatte Magdeburg in Düsseldorf auch mit dem BHC große Probleme. Erst rund zwei Minuten vor der Pause ging die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert erstmals in Führung, davonziehen konnte sie jedoch auch danach zu keinem Zeitpunkt. In einer engen Schlussphase behielten die Gäste die Nerven. Magdeburgs Felix Claar war mit zehn Toren bester Werfer der Partie.
"Das war ein sehr hartes Stück Arbeit", sagte SCM-Rückraumspieler Gisli Thorgeir Kristjansson bei Dyn: "Alle wollten unbedingt gewinnen, aber da ist bei uns noch viel Luft nach oben, was die Leistung angeht."
Die Fans des Bergischen HC durften sich zumindest über die Vertragsverlängerung von Leistungsträger Sören Steinhaus bis 2028 freuen, die die Gastgeber vor dem Anpfiff verkündeten. Im Abstiegskampf spitzt sich die Situation des BHC allerdings weiter zu. Durch die Niederlage ist der erste Abstiegsplatz, den nun die HSG Wetzlar belegt, nur noch zwei Punkte entfernt. Neuer Tabellenletzter ist der SC DHfK Leipzig nach dem 29:29 (17:17) am Sonntag gegen den TVB 1898 Stuttgart.
Im Kampf um die internationalen Plätze erlitt der TBV Lemgo Lippe einen Rückschlag. Der Tabellensechste verlor in eigener Halle 27:30 (14:11) gegen Frisch Auf Göppingen.