Schreckmoment bei ÖsterreicherZum Abschied ihres Trainers haben die Skispringer kein Highlight in petto

Die Saison der Skispringer endet an diesem Wochenende - und damit nach sieben Jahren auch die Zeit von Stefan Horngacher als Bundestrainer. Seine Schützlinge können ihn dabei nicht mit einem Podestplatz ehren.
Stefan Horngacher rollte seine Fahne zusammen, klatschte mit den Assistenten ab und stieg vom Turm. Das letzte Wochenende des Österreichers als Bundestrainer der deutschen Skispringer hat recht unaufgeregt begonnen. Bei der Rekordjagd von Sloweniens Topstar Domen Prevc vor heimischem Publikum an der Flugschanze in Planica sorgte Andreas Wellinger als Achter für das beste DSV-Ergebnis. Horngacher nahm es einigermaßen emotionslos zur Kenntnis.
"Platz acht vom Andi ist halbwegs okay, auch der Karl hat mir gut gefallen. Es war ein schwieriger Wettkampf, die Leistungen sind im Rahmen gewesen", sagte der "Bundes-Stef", der am Sonntag nach knapp sieben Jahren seinen finalen Wettkampftag in deutschen Diensten absolviert, im ZDF. In Planica ließ Horngacher seine "Assis" die Springer abwinken - mehr deutete nicht auf Abschiedsstimmung hin.
Ein weiterer Sieg seiner Schützlinge, darauf lassen die Leistungen im "Tal der Schanzen" schließen, wird nicht mehr in Horngachers Bilanz einfließen. Beim 14. Saisonsieg von Überflieger Prevc, der damit beim Abschluss am Sonntag den Rekord seines Bruders Peters einstellen könnte, zeigte sich Wellinger in guter Form - die Allerbesten waren aber ein gutes Stück entfernt. "Ich habe zwei solide Sprünge gemacht und freue mich auf die nächsten beiden Tage. Ich hoffe, ich habe nochmal Spaß", sagte er. Wellinger, zuletzt schon Siebter in Vikersund, sprang mit 218,5 und 215,5 Meter bei anspruchsvollen Bedingungen zweimal auf hohem Niveau.
Prevc kann Rekord seines Bruder einstellen
Auf höchstem Niveau siegte Prevc trotz eines gewaltigen Wacklers im ersten Durchgang mit 232,5 und 230,5 Meter (471,4 Punkte) vor Ren Nikaido (Japan/451,3) und Daniel Tschofenig (Österreich/443,5). Prevc steht am Ende einer fast perfekten Saison kurz vor dem Gewinn der kleinen Kristallkugel für den Sieg im Skiflug-Weltcup.
Zweitbester Deutscher war der frühere Skiflug-Weltmeister Karl Geiger als Zwölfter (208,0+224,5 Meter), Pius Paschke kam auf Rang 24 (211,0+218,5). Philipp Raimund, der im Vorjahr noch wegen seiner Höhenangst-Problematik auf einen Start in Planica verzichtet hatte, kam mit 213,5 und 210,5 Meter nicht über Platz 28 hinaus. "Es gefällt mir hier sehr gut, ich habe es mir wilder vorgestellt", sagte Raimund: "Für mich war das Ziel, mich hier von der Schanze runterzuschmeißen, das habe ich erfüllt."
Für eine Schrecksekunde sorgte Stephan Embacher. Österreichs Jungstar, der zuletzt in Vikersund seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, erreichte im zweiten Durchgang mit 240,0 Meter die größte Tagesweite, kam beim Ausfahren aber zu Fall. Einer ersten ärztlichen Untersuchung zufolge blieb er unverletzt, teilte der Österreichische Skiverband mit.