Miller schiebt es auf MutterSchwergewichts-Boxer wird Toupet vom Kopf geschlagen

Jarrell Miller war bislang eher Box-Kennern ein Begriff. Einmal, im Jahr 2019, stand er kurz vor einem Titelkampf. Den verpasste er durch eigene Dummheit. Durch den Kampf gegen Kingsley Ibeh wird er jetzt über Nacht zur Internet-Berühmtheit.
Schwergewichtsboxer Jarrell Miller hat in einem Profi-Kampf im Madison Square Garden in New York seine Haare verloren. Sein Gegner Kingsley Ibeh landete in der zweiten Runde mehrere Treffer - und bei einem löste sich das Haarteil teilweise von Millers Kopf.
Miller beendete die Runde, riss sich das Haarteil dann in der Rundenpause in seiner Ecke vom Kopf und warf es ins Publikum. Der 37-Jährige gewann den Kampf am Ende nach Punkten - und rieb sich anschließend den Kopf, während er einen Freudentanz aufführte.
Miller: Es war Ammoniak
"Ich bin ein Komiker", sagte Miller nach dem Kampf. "Man muss auch über sich selbst lachen können." In seinem Interview im Ring sagte er, dass er seine Haare erst ein paar Tage zuvor verloren hatte - nachdem er im Haus seiner Mutter eine Shampoo-Flasche benutzt hatte, die Ammoniak-Bleiche enthielt.
"Ich rief meinen Manager an und sagte: 'Besorg mir eine dieser Mähnen' und ich habe sie mir ganz schnell aufgesetzt", erzählt er. Im Internet waren die Menschen begeistert. Sie teilten die Aufnahmen des kurzzeitigen Toupet-Trägers.
2019 waren es andere Substanzen
Miller stand 2019 vor einem Kampf gegen den damaligen Weltmeister Anthony Joshua in New York. Weil er jedoch gleich bei einem Doping-Test positiv getestet wurde, kam es zu einer Absage des Kampfs. Wenige Tage später testete er erneut positiv. "Ich kann bestätigen, dass wir über einen weiteren positiven Test informiert wurden. Ich bin empört. Im Zweifel für den Angeklagten, aber nach dem ersten Fall war das schon sehr schwer. Ein zweiter Fall ist einfach widerlich. In diesem Sport darf es dafür keinen Platz geben", sagte Joshua-Promoter Eddie Hearn damals.
Sein Ersatz, Andy Ruiz Jr., sorgte bei dem Kampf am 1. Juni 2019 dann für eine riesige Boxsensation. Der US-Amerikaner bezwang Joshua durch technischen K.o. in der siebten Runde. Zuvor hatte er ihn bereits viermal niedergeschlagen.
Ruiz jr, das "Fat Little Kid", wurde der erste Schwergewichts-Champion mit mexikanischen Wurzeln. Wenige Monate später holte Joshua sich den Titel bei der Revanche in Saudi-Arabien zurück. Es war der erste WM-Kampf im Schwergewicht in Saudi-Arabien.