Sport

Bei Traditionsregatta abgehängt Segelstar Herrmann hadert mit riskantem Plan

Der deutsche Skipper Boris Herrmann segelt mit seiner Imoca 60 Malizia nach dem Start vor Saint-Malo.

Der deutsche Skipper Boris Herrmann kämpft bei der Route du Rhum mit Segel-Problemen.

(Foto: Loic Venance/AFP/dpa/Archivbild)

Boris Herrmann kommt bei seiner Solo-Premiere mit neuem Boot nicht in Fahrt: Als 27. unter 34 Imoca-Yachten gibt er bei Einblicke ins Bordleben beim Transatlantik-Rennen Route du Rhum. Der Hamburger ärgert sich auch über ein paar seiner Entscheidungen.

Für den deutschen Topsegler Boris Herrmann zieht sich die prestigeträchtige transatlantische Regatta Route du Rhum weiter in die Länge. Weil Herrmann technische Probleme mit einem Segel seiner Yacht hat, nähert er sich langsamer dem Ziel auf der Karibikinsel Guadeloupe. Wie sein Team Malizia bekannt gab, wird Herrmann das Rennen auf jeden Fall zu Ende segeln, aber wohl erst am kommenden Mittwoch die Ziellinie erreichen. Der Franzose Charles Caudrelier hatte diese bereits am vergangenen Mittwoch als Sieger überquert, er legte die 3542 Seemeilen in der Rekordzeit von 6 Tagen, 19 Stunden und 47 Minuten zurück.

"Es ist natürlich sehr enttäuschend, dass ich nicht mehr im vollem Rennmodus unterwegs bin", sagte Herrmann: "Aber ich werde das Rennen beenden, damit im Gesamtklassement geführt werden und mich damit für die Vendee Globe 2024/25 qualifizieren." Herrmann hatte mit seinem fünften Platz bei dem Rund-um-die-Welt-Rennen Vendee Globe 2020/21 für großes Aufsehen gesorgt.

Mehr zum Thema

Der Hamburger lag am Freitagnachmittag nur auf Platz 27 im Feld der 34 noch segelnden Imoca-Yachten. Bei einer Pressekonferenz während des Rennens sagte er: "Ich komme ganz gut klar mit dem Rückstand." Dass der 41-Jährige im hinteren Drittel des Feldes entgegensegelt, war bei aller Vorsicht aber nicht der Plan. "Ich will gut segeln, bin auch im vollen Race-Modus. Ich bin paar Risiken eingegangen, was die Route angeht. Und ich habe auch ein paar defensive Entscheidungen getroffen. Dass es sich so doll auswirkt, hätte ich nicht gedacht. Aber ich sehe es gelassen. Es liegt eindeutig nicht am Boot. Es liegt an meiner Routenwahl."

Es habe damit begonnen, dass er "nicht richtig" gestartet sei. Aus Angst vor Kollisionen war er mit einem kleinen Vorsegel ins Rennen gegangen, die Konkurrenz hatte auf größere gesetzt. Weil Herrmann mit seinem Team und dem neuen Boot am 15. Januar ins Ocean Race starten will, hat für den Skipper neben dem Kennenlernen der Yacht die Schadensbegrenzung oberste Priorität: "Für mich ist es eine Entdeckungsfahrt. Solange ich drüben heil und sicher ankomme, sind alle Ziele erfüllt." Seine anfänglichen Probleme mit der Einsamkeit beim ersten Solorennen seit dem Vendée-Globe-Finale im Januar 2021 habe er inzwischen überwunden, so Herrmann.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen