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Sechs Monate nach Chemo-EndeSemechin krönt besondere Geschichte mit WM-Gold

03.08.2023, 19:31 Uhr
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Hinter Elena Semechin liegt eine lange Leidenszeit. Nach einem Gehirntumor und einer Chemo kämpft sich die Para-Schwimmerin zurück ins Wasser. Obwohl sie im Trainingslager eine Angstattacke bekam, präsentiert sie sich bei der WM in Bestform - und holt nun Gold über 100 Meter Brust.

Para-Schwimmerin Elena Semechin hat sich nur sechs Monate nach dem letzten Zyklus ihrer Chemotherapie zur Weltmeisterin gekrönt. Die 29-Jährige gewann über 100 m Brust in 1:13,13 Minuten und schwamm dabei bis auf 42 Hundertstelsekunden an ihren 2019 aufgestellten Weltrekord der Startklasse SB12 (1:12,71) heran. Die mit der Sehbehinderung Morbus Stargardt geborene Berlinerin distanzierte die Zweitplatzierte Maria Carolina Gomes Santiago aus Brasilien um 1,74 Sekunden.

"Ich habe gehofft, noch schneller zu sein, aber ich bin natürlich trotzdem zufrieden", sagte Semechin: "Dass ich wieder Weltmeisterin geworden bin, ist eine große Erleichterung."

Semechin, Paralympicssiegerin von Tokio, holte in Manchester ihren dritten WM-Titel über ihre Paradestrecke, damit eroberte sie einen weiteren deutschen Startplatz für die Paralympics in Paris. Nachdem der sehbehinderten Schwimmerin im November 2021 ein Gehirntumor entfernt worden war, schloss sie im Februar den 13. und letzten Zyklus einer Chemotherapie ab. Zwischen zwei Zyklen war sie im Vorjahr bei der WM auf Madeira bereits Zweite geworden.

Beim abschließenden WM-Trainingslager in der spanischen Höhe bekam sie kürzlich allerdings eine Angstattacke. "Da ging nichts mehr. Ich war in einem labilen Zustand. Da kam zum ersten Mal die Sorge, die Angst, ich könnte wieder Krebs haben. Es ist ein Auf und Ab", erzählte Semechin. Bei der WM präsentierte sie sich dennoch in Topform.

Quelle: ntv.de, ses/sid