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"Es war sehr, sehr extrem" Sprintstar Kittel erlebt Tour-Debakel

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Marcel Kittel kommt außerhalb des Zeitlimits ins Ziel - für ihn ist die Tour de France beendet.

(Foto: REUTERS)

Nie zuvor in seiner Karriere ist ihm so etwas passiert: Deutschlands Topsprinter Marcel Kittel kommt bei der Tour de France außerhalb des Zeitlimits ins Ziel - und muss das Rennen zwangsweise beenden. Es ist das letzte Kapitel einer völlig verkorksten Rundfahrt.

Für den deutschen Sprintstar Marcel Kittel ist eine enttäuschende Tour de France vorzeitig beendet. Der 30 Jahre alte Katusha-Profi kam bei der ersten Bergankunft in La Rosière außerhalb des Zeitlimits ins Ziel und wurde damit gemäß Reglement aus dem Rennen genommen. Kittel hatte das Ziel deutlich mehr als 30 Minuten nach Sieger Geraint Thomas vom Sky-Team erreicht.

"Es ist schon hart und enttäuschend. Jetzt bin ich das erste Mal aus dem Zeitlimit geflogen, ich glaube generell bei einem Radrennen", sagte Kittel der ARD: "Die Etappe war sehr, sehr extrem. Sie hat jeden ans Limit gebracht, gerade die schweren Leute wie mich. Ich habe mein Bestes gegeben." Auch der britische Ex-Weltmeister Mark Cavendish  vom Team Dimension Data und sein australischer Teamkollege Mark Renshaw wurden wegen Zeitüberschreitung disqualifiziert.

Kittels Katusha-Kollege Rick Zabel, der 31:12 Minuten Rückstand hatte und kurz vor dem Sprinter das Ziel erreichte, war zunächst auch aus der Ergebnisliste gestrichen, kurz darauf aber wieder einsortiert worden. Nachdem bereits der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin und der Kroate Robert Kiserlovski nach Stürzen ausgeschieden waren, sind nur noch fünf Katusha-Fahrer im Rennen. Kittel, im Vorjahr noch fünfmaliger Etappensieger, hatte als bestes Ergebnis bei der laufenden Frankreich-Rundfahrt einen dritten Platz auf der ersten Etappe erreicht, bei den weiteren Sprintankünften enttäuschte er.

Das führte zu heftigen teaminternen Misstönen. Teamchef Dimitri Konyschew hatte seinem teuersten Fahrer in einem Zeitungsinterview Egoismus und Ineffizienz vorgeworfen. "Wir bezahlen ihm eine Menge, aber er ist nur an sich selbst interessiert", sagte der 52-Jährige: "Vor dem Mannschaftszeitfahren in Cholet hat er während der Teambesprechung mit seinem Handy herumgespielt. Das hat mir zu verstehen gegeben, dass ich ihn nicht interessiere." Am ersten Ruhetag hatte es dann aber ein klärendes Gespräch gegeben zwischen Kittel, Konyschew und dem Sportlichen Leiter José Azevedo gegeben.

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

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