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Fürth feiert Pokal-Coup TSG leidet in irrsinnigem Elfmeter-Drama

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Das Kleeblatt ist glücklich.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Elfmeter-Held Marco Meyerhöfer beschert die SpVgg Greuther Fürth schon zwei Tage vor Weihnachten und wirft Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim aus dem DFB-Pokal. Meyerhöfer verwandelt im Drama vom Punkt den 18. Schuss zum 7:6 für den Zweitliga-Dritten.

Zweitligist Greuther Fürth hat im DFB-Pokal für eine Überraschung gesorgt und Favorit TSG 1899 Hoffenheim den Abschluss eines turbulenten Jahres 2020 verdorben. Die Franken gewannen mit 7:6 in einem dramatischen Elfmeterschießen (2:2, 2:2, 1:1) und schafften den Sprung ins Achtelfinale am 2. und 3. Februar. Sebastian Ernst (21.) und Marco Meyerhöfer erzielten die Treffer des Außenseiters. Paul Seguin hätte vom Elfmeterpunkt (90.+4) für die Entscheidung sorgen können, verschoss aber. Für die TSG setzte es trotz Toren von Andrej Kramaric (13.) und Kevin Akpoguma (49.) einen herben Dämpfer vor der kurzen Weihnachtspause, weil der Außenseiter im Krimi mit 18 Elfmetern doch noch die besseren Nerven hatte.

TSG Hoffenheim - SpVgg Greuther Fürth 2:2 (2:2, 1:1) n.V., 6:7 i.E.

Tore: 1:0 Kramaric (13.), 1:1 Ernst (21.), 1:2 Meyerhöfer (46.), 2:2 Akpoguma (49.)
Elfmeterschießen: 1:0 Kramaric, Bauer schießt über das Tor, 2:0  Rudy, 2:1 Raum, 3:1 Skov, 3:2 Seguin, 4:2 Adamyan, 4:3 Sarpei, Vogt  schießt über das Tor, 4:4 Hrgota, Burchert hält gegen Bogarde, Ernst  schießt an die Latte, 5:4 Akpoguma, 5:5 Jaeckel, 6:5 Sessegnon, 6:6  Tillman, Kasim schießt an die Latte, 6:7 Meyerhöfer
Hoffenheim: Baumann - Akpoguma, Nordtveit (34.  Adams), Vogt, Sessegnon - Rudy, Gacinovic (111. Bogarde) - Bebou  (76. Adamyan), Kramaric, Baumgartner (58. Skov) - Dabbur (77. Belfodil); Trainer: Hoeneß.
Fürth: Sascha Burchert - Meyerhöfer, Jaeckel, Bauer, Raum -  Stach (106. Tillman) - Seguin, Green (75. Sarpei) - Ernst - Nielsen  (75. Abiama), Leweling (86. Hrgota); Trainer: Leitl.
Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)

Im Duell zwischen angeschlagenem Bundesligisten und formstarkem Zweitligisten war kein Klassenunterschied zu spüren. Zwar verfügte die TSG mit Spielern wie Kramaric, Munas Dabbur oder Christoph Baumgartner über das deutlich größere Potenzial in der Offensive - dies wussten die Gäste aus Franken aber mit viel Kreativität und hoher Präzision im Offensivspiel auszugleichen, sodass in Halbzeit eins ein abwechslungsreiches Spiel zustandekam.

Auch das Führungstor von Kramaric, das Flügelspieler Ihlas Bebou exzellent vorbereitete, beeindruckte das Team von Trainer Stefan Leitl nur kurz. Nur zehn Minuten später war es Ernst, der aus abseitsverdächtiger Position zum 1:1 einschoss. Die Videobilder belegten aber: Außenverteidiger Ryan Sessegnon hatte das Abseits aufgehoben.

Hoffenheim wankt in die Halbzeit

Die Stürmer Jamie Leweling (26.) und Havard Nielsen (28.) hätten die Gäste sogar in Führung bringen könnten, scheiterten aber erst an der Latte und anschließend an TSG-Torhüter Oliver Baumann. Trotz früher Führung und einer weiteren Chance von Mijat Gacinovic (41.) konnten die Hoffenheimer einigermaßen froh sein, mit einem 1:1 in die Katakomben zu kommen.

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Den Wiederanpfiff verschlief die Hoeneß-Elf dann komplett. Nach einer Balleroberung auf rechts kombinierte Fürth flott nach vorne, Nielsen bediente Meyerhöfer, der die Franken nach rund 30 Sekunden zum 2:1 schoss.  Doch die Führung hielt nicht lang: Bei einer einstudierten Freistoßvariante flankte Sebastian Rudy aus dem Halbfeld Akpoguma, der unbedrängt zum Kopfball kam und präzise vollendete. Die Partie verlor dann an Tempo, Baumann entschärfte einen Freistoß von Seguin (78.). Dieser hätte danach auch per Strafstoß den Schlusspunkt setzen können - verschoss aber. In der 94. Minute! Was für ein (erstes) Drama.

Es folgten 30 weitere Minuten und die finale Entscheidung vom Punkt. Für Fürth vergab zunächst Maximilian Bauer, dann aber scheiterte auch Hoffenheims Kevin Vogt. Der Krimi ging immer weiter. Gäste-Keeper Sascha Burchert parierte gegen Melayro Bogarde, dann sprang der Ball von Ernst von der Latte zurück ins Feld. Als Kasim Adams nur die Latte traf, schoss Meyerhöfer die Fürther ins Glück.

Quelle: ntv.de, tno/dpa