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Schnee, der auf Federn fällt Taubenrennsport versinkt im Dopingsumpf

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Götterdämmerung im Taubenrennsport?

(Foto: REUTERS)

Taubenrennen haben große Tradition und sind inzwischen ein Millionengeschäft. Das führt zu unschönen Auswüchsen, wie jetzt in Belgien bekannt wird. Dort werden bei Doping-Nachtests gleich sechs Tauben des Dopings überführt - unter anderem mit Kokain.

Kokain verleiht Flügel: Die besonders in Belgien und Großbritannien populären Taubenrennen werden von einem Dopingskandal erschüttert. Sechs belgische Brieftauben sind positiv auf verbotene Substanzen getestet worden, darunter Kokain und Schmerzmittel.  Das berichten die flämischen Blätter "Het Belang van Limburg" und "Gazet van Antwerpen". Der belgische Verband rief umgehend zu schärferen Kontrollen auf.

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Gedopt?

(Foto: REUTERS)

In Belgien gibt es seit 1995 Dopingtests für Tauben. Die nun überführten Dopingsünder waren bei den Erstkontrollen in Belgien zunächst unauffällig geblieben. Nach einem Arbeitsbesuch der belgischen Taubenzüchtervereinigung im Labor der dem Namen nach eigentlich auf Pferde spezialisierten "The National Horseracing Authority" in Südafrika entschlossen sich die Verantwortlichen jedoch zu den weiteren Tests, hieß es weiter. Die Nachkontrollen von rund 20 Tauben fielen dann zum Teil positiv aus.

Nachtests bringen Betrug ans Licht

Doping-Proben in Belgien hatten zunächst nichts ergeben, berichteten die beiden Zeitungen. Nach einem Arbeitsbesuch der belgischen Taubenzüchtervereinigung im Labor der dem Namen nach eigentlich auf Pferde spezialisierten "The National Horseracing Authority" in Südafrika entschlossen sich die Verantwortlichen jedoch zu den weiteren Tests, hieß es weiter.

Der Taubensport hat eine lange Tradition. Der Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreichen Taube "König von Rom" ist nicht nur ein Wikipedia-Eintrag gewidmet, über sie wurden auch Lieder und Bücher geschrieben. Bei den Rennen werden die Tauben hunderte von Kilometern von ihrem Zuhause entfernt freigelassen. Die Taube, die am schnellsten zu ihrem Schlag zurückfindet, gewinnt.

310.000 Euro für eine Taube

Inzwischen ist der Sport auch ein großes Geschäft, in Belgien werden mit dem Züchten von Renntauben mehrere Millionen Euro pro Jahr umgesetzt. Vor allem schwerreiche chinesische Sammler mischen mit. Erst im Mai kaufte einer von ihnen für 310.000 Euro die hochdekorierte Top-Taube "Bolt", benannt nach Jamaikas Sprint-Superstar Usain Bolt. Allerdings gab es bei der Einreise nach China gewisse Probleme.

Das viele Geld führt aber auch zu Auswüchsen, etwa Einbrüchen in Taubenschläge oder eben Doping. Vor rund zehn Jahren waren schon einmal Fälle von unerlaubten Mitteln bei belgischen Brieftauben ans Licht gekommen.

Quelle: n-tv.de, sid/AFP