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Zverev besiegt den Altmeister Tommy Haas kurz vor der Tennis-Rente

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Ganz in Weiß!

(Foto: imago/Hartenfelser)

Bye bye, Tommy! Für den Tennis-Oldie ist das Stuttgarter Turnier beendet. Thomas Haas wird am Weissenhof wohl nicht mehr aufschlagen. Dafür sorgte Mischa Zverev mit seinem Sieg. Dabei wähnt sich Haas auf gutem Weg. Doch die Kräfte lassen nach.

Tennis-Altstar Tommy Haas hat sich in Stuttgart ehrenvoll vor dem Halbfinale verabschiedet. Zwei Tage nach seinem Klasse-Auftritt gegen Roger Federer verlor der älteste Teilnehmer des Rasenturniers das Viertelfinale gegen Mischa Zverev mit 4:6 und 4:6. Der 39-Jährige demonstrierte phasenweise sein Können, doch die Kräfte schienen ihm auszugehen. Es dürfte sein letztes Match auf der Weissenhof-Anlage gewesen sein. Noch in diesem Jahr will Haas nach zwei Jahrzehnten seine Karriere beenden. Winkend verschwand Haas, derzeit nur die Nummer 302 der Welt, vom Platz. Tochter Valentina klatschte traurig in der ersten Reihe.

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"Eigentlich bin ich auf einem guten Weg": Tommy Haas mit Tochter Valentina.

(Foto: imago/Sportfoto Rudel)

"Im Großen und Ganzen ist es eine schöne Woche hier gewesen. Eigentlich bin ich auf einem guten Weg. Es geht in die richtige Richtung", sagte Haas. "Aber kein Sportler verliert gern. Es kann sein, dass noch ein Schläger kaputtgehen wird." Mischa Zverev, der ältere Bruder von Top-Ten-Spieler Alexander Zverev, machte mit dem ersten Matchball den Halbfinaleinzug perfekt und schickte den Altmeister weiter in Richtung Tennis-Rente. "Ich bin glücklich, wie ich hier aufgetreten bin", sagte Zverev. Die deutsche Nummer zwei spielt am Samstag gegen den Spanier Feliciano Lopez um das Erreichen des Endspiels. Wie Haas musste auch Vorjahresfinalist Philipp Kohlschreiber packen und reist zum nächsten Turnier ins westfälische Halle. Mit 4:6, 6:2 und 3:6 verlor er gegen den Franzosen Lucas Pouille.

Ganz in Weiß gekleidet hatte Haas dem deutlich fitteren Zverev nicht genug entgegenzusetzen. Der Tennis-Oldie trug das Cap wie ein Teenager verkehrt herum, aber manchmal wirkte sein Auftreten wie in Zeitlupe. Nach zwei Dreisatzmatches in den ersten Runden zog der gebürtige Hamburger sein Service mit einem Tempo von rund 150 km/h oft nicht voll durch und schlug teils klar langsamer auf als sein Rivale. Sein zweites Aufschlagspiel verlor er durch einen verschlagenen Schmetterball. War Zverev an der Reihe, hatte er selten Chancen.

"Willst du mitspielen?"

An guten Tagen kann es der ehemalige Weltranglisten-Zweite noch immer mit einem Roger Federer aufnehmen, zumindest wenn dieser wie am Mittwoch nicht in Bestform ist. Den an sechs gesetzten Zverev ärgerte er teils mit seiner Vorhand, seiner Präzision und seinem Ballgefühl. Der älteste Viertelfinalist auf der ATP-Tour seit Jimmy Connors 1995 in Halle (42 Jahre) war aber nach seinen zahlreichen Verletzungen drei Partien binnen vier Tagen nicht mehr gewohnt. "Willst du mitspielen?", hatte ihn sein neunjähriger Neffe in der Tennishalle am Donnerstag gefragt. Haas antworte mit einem Lächeln, blieb auf dem Nebenplatz und setzte sich eher verspannt als geschmeidig auf die Gymnastikmatte. Auf seinen Doppel-Einsatz hatte er für sein erstes Viertelfinale seit drei Jahren verzichtet.

Dass seine Spielstärke besser ist als sein Weltranglistenplatz 302, das ist klar. Dass sein Körper geschunden ist, aber auch. Zverev zwang ihm neben seinen Netzangriffen mit seinem Rückhand-Slice zu längeren Ballwechseln. Drei Breakbälle nacheinander ließ Haas bei 4:4 aus, gab danach seinen Aufschlag ab. Die Partie war entschieden. Auch Kohlschreiber, zuletzt auf Weltranglistenplatz 52 abgerutscht, schrieb seine Erfolgsgeschichte in Stuttgart nicht fort. Mit Schweißtropfen auf der Stirn erklärte er direkt nach dem Aus gegen den aufstrebenden Pouille: "Ich verlasse Stuttgart mit einem besseren Gefühl, als ich hergekommen bin. Viertelfinale ist gut momentan." 2013 und 2016 stand der Davis-Cup-Spieler im Finale.

Quelle: ntv.de, Kristina Puck, dpa