Bitteres Aus für RB SalzburgTrainer Rose zürnt über Fehlentscheidung

Für RB Salzburg ist im Halbfinale der Europa League Endstation: Der Marseille-Siegtreffer kommt nach einem Eckball zustande, der gar keiner war. Der entscheidende Fehlpfiff hinterlässt einen Trainer, der um Fassung ringt.
Mit weit ausgebreiteten Armen stand Marco Rose nach dem Schlusspfiff vor den Schiedsrichtern und schützte die Unparteiischen vor dem Proteststurm seiner Spieler. Allerdings nur, um dann selbst mit erhobenem Zeigefinger und eindringlichen Worten auf das russische Gespann einzuschimpfen. Sogar den sonst eher besonnenen Trainer von RB Salzburg hatte das bittere Europa-League-Aus gegen Olympique Marseille durch eine Fehlentscheidung in der Verlängerung vorübergehend in Rage versetzt.
"Es ist uns ein Stück weit weggepfiffen worden. Es stehen sechs, sieben Schiedsrichter draußen, was machen die?", klagte der zornige Rose im ersten Interview auf dem Platz: "Wir standen vor einem großen Ding. Es tut mir unendlich leid für meine Jungs." Nach einem fälschlicherweise verhängten Eckball hatte RB vier Minuten vor dem möglichen Elfmeterschießen den Anschlusstreffer zum 2:1 (2:0, 0:0)-Endstand kassiert. Der Traum vom ersten europäischen Titel der Vereinsgeschichte platzte im Halbfinale.
Und das, obwohl die Österreicher erneut eine begeisternde Aufholjagd hingelegt hatten. Wie schon im Viertelfinale, als sie gegen Lazio Rom ein 2:4 mit einem 4:1 wettgemacht hatten, hatte Salzburg vor eigenem Anhang durch Amadou Haidara (53.) und ein Eigentor von Bouna Sarr (65.) zurückgeschlagen. Umso größer der Ärger über Marseilles "Lucky Punch" durch Rolando (116.). "Die Schiedsrichter haben eine Aufgabe, nämlich so etwas zu sehen", befand Verteidiger Stefan Lainer.
"Es gibt größere Tragödien auf der Welt"
Lainers deutscher Trainer Rose gab sich derweil auf der Pressekonferenz wenig später schon deutlich versöhnlicher. "Sie sollen mit den Nerven ziemlich fertig in der Kabine gesessen sein - das zeigt dann auch menschliche Größe", urteilte der 41-Jährige über die Schiedsrichter milde. Statt sich der Wut auf die Unparteiischen hinzugeben, solle seine Mannschaft lieber an der Erfahrung reifen. "Wir sind in einem Fußballspiel ausgeschieden. Ich glaube, dass es größere Tragödien auf der Welt gibt", meinte Rose.
Rose selbst haben die Europa-League-Auftritte seiner Mannschaft in jedem Fall ein Profil als erfolgreicher Lehrer von attraktivem Offensivfußball verliehen und damit vor allem in Deutschland begehrt gemacht. Schon länger gilt der frühere Bundesliga-Profi von Mainz 05 als heißer Kandidat auf die Trainerjobs bei Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. Auch in seiner Geburtsstadt Leipzig erscheint er beim Salzburger "Brause-Bruder" RB als beinahe schon logischer Nachfolger im Falle eines Abgangs von Ralph Hasenhüttl. Die Gerüchteküche jedenfalls dürfte auch nach dem Halbfinal-Aus nicht weniger stark brodeln.