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Athleten-Umfrage zu Verschiebung US-Team stellt Olympia-Termin infrage

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Das Olympische Komitee der USA befürwortet nun doch eine Olympia-Verschiebung.

(Foto: imago/Bildbyran)

Der Druck auf das Internationale Olympische Komitee wächst: Nach der Absage Kanadas für die Olympischen Sommerspiele in Tokio äußert nun der US-Verband Bedenken wegen der Coronavirus-Krise. Eine Verschiebung sei "am vielversprechendsten", heißt es. Großbritannien zieht nach.

Das Olympische und Paralympische Komitee der USA (USOPC) hat seine Meinung geändert und nach einer Umfrage unter seinen Athletinnen und Athleten eine Verschiebung der Sommerspiele als "am vielversprechendsten" bezeichnet. Damit ist die Gruppe derjenigen, die sich wegen der Coronavirus-Pandemie offiziell kritisch gegenüber einer Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in diesem Sommer äußern, um ein schwergewichtiges Mitglied gewachsen.

1780 Sportlerinnen und Sportler haben nach USOPC-Angaben an einer Umfrage teilgenommen und ihre Sorgen in der derzeitigen Situation zum Ausdruck gebracht. Die wichtigste Schlussfolgerung sei, dass "selbst wenn die signifikanten Sorgen um die Gesundheit bis zum Sommer gelindert werden könnten, die enormen Unterbrechungen im Trainingsumfeld, bei Dopingkontrollen und den Qualifikationen in keinem zufriedenstellenden Maß überwunden werden können", hieß es in der auf der Homepage veröffentlichten Stellungnahme. Bisher ist die Austragung der Olympischen Sommerspiele für den Zeitraum vom 24. Juli bis 9. August terminiert.

Zuvor hatten sich bereits die amerikanischen Verbände der Leichtathleten, Turner und Schwimmer für eine Verschiebung der Olympischen Spiele ausgesprochen. Noch am Freitag war das USOPC der Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gefolgt und hatte gesagt, bis zu den Sommerspielen sei noch viel Zeit und es gebe keinen Grund, jetzt schon über eine Verschiebung zu sprechen.

Auch Großbritannien zieht mit

Auch das britische Olympia-Komitee kündige an, bei einem Festhalten an dem Termin wohl kein Team nach Japan zu schicken. Bei Sky Sports News erklärte BOA-Chef Hugh Robertson: "Wenn sich das Virus wie von der Regierung vorhergesagt weiter ausbreitet, glaube ich nicht, dass wir ein Team entsenden werden."

Vor den Briten hatte sich Kanada als erstes Land bereits entschieden, keine Mannschaft nach Tokio zu entsenden, sollte der Termin nicht verschoben werden. Premierminister Justin Trudeau, der sich derzeit in Corona-Isolation befindet, begrüßte dies ausdrücklich. "Es ist herzzerreißend für viele Menschen, (...), aber es ist die absolut richtige Ansage", sagte Kanadas Regierungschef. "Alle anderen sollten diesem Vorbild folgen." Das australische NOK forderte seine Athleten auf, sich auf Olympia im Jahr 2021 vorzubereiten, die Schweiz beantragte eine Verschiebung der Spiele. Auch der Deutsche Olympische Sportbund bevorzugt eine Austragung im kommenden Jahr. Das IOC hatte sich nach langem Zögern erst am Sonntag eine Frist von vier Wochen gesetzt, um über eine Verschiebung zu entscheiden.

Quelle: ntv.de, cri/dpa