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"Das ist kein Boykott" Kanada und Australien sagen für Olympia ab

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Tokio 2020 findet ohne kanadische Athleten statt. 2021 könnte das schon wieder anders aussehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronavirus-Epidemie und die Olympischen Spiele? Für Kanada ist beides unvereinbar. Das Land beschließt, keine Sportler nach Tokio zu entsenden. Es sei denn, das Internationale Olympische Komitee verschiebe das Großereignis. Australien hat ähnliche Pläne und auch in Deutschland gibt es diese Tendenz.

Kanada und Australien verzichten wegen der Coronavirus-Pandemie auf eine Entsendung von Sportlern zu den Olympischen Spielen in diesem Sommer. Kanada will nur bei einer Verschiebung teilnehmen. Eine entsprechende Entscheidung kommunizierte das Kanadische Olympische Komitee (COC). Die "schwierige Entscheidung" sei mit Zustimmung von Sportverbänden und der kanadischen Regierung getroffen worden, hieß es.

"Im Schatten von Covid-19 und der damit verbundenen Risiken ist es für unsere Sportler, für die Gesundheit und die Sicherheit ihrer Familien und aller Kanadier nicht angebracht, sich auf diese Olympischen Spiele vorzubereiten", hieß es in einer Mitteilung. Das COC forderte seine Sportler auf, sich für Olympia im Jahr 2021 vorzubereiten. "Das ist kein Boykott", sagte Kommunikationsdirektor Photi Sotiropoulos. Sollten die Spiele zu einem späteren Zeitpunkt abgehalten werden, zu dem ein Gesundheitsrisiko durch die Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr gegeben sei, sei Kanada gerne in Tokio dabei. Das Paralympische Komitee (CPC) des Landes traf eine entsprechende Entscheidung für die Paralympics.

Die beiden Verbände sagten dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) bei einer Verschiebung der Olympischen Spiele jegliche Unterstützung zu bei allen Schwierigkeiten, die eine solche Entscheidung mit Blick auf den komplexen Kalender im Weltsport mit sich bringe. Nichts sei wichtiger als die Gesundheit und der Schutz der Sportler und der Weltgemeinschaft, hieß es in der Mitteilung.

Aus Australien heißt es, dass "angesichts der aktuellen Situation im In- und Ausland" keine Mannschaft zusammengestellt werden kann, heißt es in einer Mitteilung des Australischen Olympischen Komitees. Die Australier sollen sich darauf vorbereiten, dass die Spiele zu Tokio 2021 werden. "Stress und Unsicherheit für die Athleten" waren "in letzter Zeit eine große Herausforderung", sagte der australische Teamchef für Tokio, Ian Chesterman. Matt Carroll, der neue Chef des Australischen Olympischen Komitees, erinnerte zudem an die schwierige Situation für die Amateurathleten: "Die internationalen Wettbewerbe haben jetzt aufgehört, sodass sie nicht mehr über das Preisgeld verfügen, das sie sonst bekommen würden."

Auch viele Deutsche hadern

Auch immer mehr deutsche Athleten und Trainer plädieren für eine Verschiebung der Spiele. Fechter Max Hartung hat bereits angekündigt, auf eine Teilnahme zu verzichten, sollten die Wettkämpfe nicht verlegt werden. Turner Andreas Toba hatte in einem Instagram-Post eindringlich darauf hingewiesen, dass es "um die Gesundheit der Menschheit" gehe. Auch von den Schwimmern und Tischtennisspielern kommen Plädoyers für eine Verschiebung.

Die Spiele in Tokio sind für den 24. Juli bis 9. August 2020 terminiert. Das IOC hatte nach massivem Druck aus aller Welt zuvor eine Entscheidung über eine mögliche Verschiebung binnen vier Wochen in Aussicht gestellt. Auch der japanische Premierminister Shinzo Abe zog erstmals öffentlich eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele wegen der Coronakrise in Betracht. Vor dem Parlament in Tokio sagte er, dass damit gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein.

Quelle: ntv.de, ara/dpa