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Bruder von Brüsseler IS-Attentäter USA verweigern Taekwondoka die Einreise

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Mourad Laachraoui

(Foto: AP)

Mourad Laachraoui trägt einen Nachnamen mit blutiger Vergangenheit. Sein Bruder sprengte sich 2016 in Brüssel als Attentäter in die Luft. Als er nun in die USA reisen will, darf er das nicht.

Im Zuge des umstrittenen Einreisedekrets von US-Präsident Donald Trump ist mehreren belgischen Taekwondokas die Einreise in die USA verweigert worden. Darunter war auch Mourad Laachraoui. Der 21-Jährige ist der jüngere Bruder des IS-Terroristen Najim Laachraoui, der sich am 22. März 2016 am Flughafen von Brüssel gemeinsam mit einem weiteren Attentäter selbst in die Luft sprengte. Weitere 32 Personen kamen bei dem Anschlag ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt.

Mourad Laachraoui wollte am 25. Januar gemeinsam mit seinem Teamkollegen Mohamed Ketbi und Trainer Abdelkhalak Mkadmi zu den US Open im Taekwondo nach Las Vegas reisen, wo Laachraoui im vergangenen Jahr triumphiert hatte. Das Trio besaß gültige Einreisepapiere, teilte der belgische Taekwondo-Verband AFBT mit. Beim Einstieg ins Flugzeug wurde ihnen jedoch mitgeteilt, dass sie nicht über alle notwendigen Einreisepapiere verfügen würden.

Der Sportminister der Föderation Wallonie-Brüssel, Rachid Madrane, führte dieses Vorgehen auf die vom neuen US-Präsidenten Donald Trump erlassenen Einreisebeschränkungen zurück. Als "Vorwand" habe es geheißen, zur Einreise seien Visa nötig - eine Bedingung, über die die US-Botschaft den belgischen Taekwondo-Verband aber erst am Abend vor der geplanten Abreise informiert habe. Die Sportler seien im Besitz der Einreisegenehmigung Esta gewesen, die für Europäer normalerweise an Stelle eines Visums ausreicht.

Mourad Laachraoui hatte sich im vergangenen Jahr von der Tat seines Bruder klar distanziert. "Es ist schrecklich, was er gemacht hat", hatte er nach dem Anschlag erklärt. Seit 2013 habe er wie auch der Rest der Familie zu seinem Bruder keinen Kontakt mehr gehabt. Im Sommer gehörte Mourad Laachraoui zum belgischen Olympia-Aufgebot für die Sommerspiele in Rio, kam in der Klasse bis 58 kg aber als Reservist nicht zum Einsatz.

US-Präsident Trump hatte in der vergangenen Woche verfügt, dass Bürger aus dem Iran, Sudan, Syrien, Libyen, Somalia, dem Jemen Jemen und dem Irak in den nächsten 90 Tagen nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Flüchtlingen weltweit wurde die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit.

Quelle: ntv.de, cwo/sid/dpa

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