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US-Open-Aus gegen Dimitrow Verletzter Federer verliert die Kontrolle

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Roger Federer muss am Ende eines Krimis seinem Gegner Grigor Dimitrow gratulieren.

(Foto: imago images / Paul Zimmer)

Nach Novak Djokovic scheidet bei den US Open der nächste große Favorit aus. Roger Federer verliert in New York gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow. Dabei wird der Tennisprofi aus der Schweiz von einer Verletzung behindert.

Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer ist nach einem Fünfsatz-Krimi im Viertelfinale der US Open ausgeschieden. Der 38-jährige Schweizer verlor im Arthur-Ashe-Stadium von New York gegen Grigor Dimitrow mit 6:3, 4:6, 6:3, 4:6 und 2:6. Im achten Duell mit dem Bulgaren verlor Federer erstmals. Hinterher sagte er, dass ihn Schmerzen im oberen Rücken geplagt hätten, wollte sein Ausscheiden aber nicht darauf schieben. "Es gehört dazu, ich hatte meine Chancen. Grigor hat es auch gut gemacht. Es ist eine Enttäuschung, das ist klar. Natürlich wäre die Chance größer gewesen, wenn ich mich besser gefühlt hätte."

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Dimitrow sagte: "Ich bin einfach nur glücklich. Im ersten Satz war ich ein bisschen nervös, Roger hat sehr gut aufgeschlagen. Ich habe mir nur gesagt: Bleib im Match. Ich habe mich physisch sehr gut gefühlt, am Ende war Roger aber auch nicht 100 Prozent er selbst." Federer hatte zunächst alles im Griff, ihm gelang ein schnelles Break, nach nur 29 Minuten gewann den ersten Satz. Alles schien so zu laufen wie stets. Aber dieses Mal ließ sich der Bulgare nicht abschütteln. Mit mutiger Spielweise brachte er den großen Favoriten, der in New York von 2004 bis 2008 triumphiert hatte, in Bedrängnis und schaffte nach 1:07 Stunden den Satzausgleich.

Doch Federer schüttelte sich nur kurz und übernahm wieder die Kontrolle. Er nahm seinem Gegner zwei Mal das Service ab und ging wieder mit 2:1-Sätzen in Führung. Allerdings wirkte Federer nicht so frisch wie in der Runde zuvor, als er den Belgier David Goffin im Schnelldurchgang besiegt hatte. Gleich zu Beginn des vierten Satzes gab er seinen Aufschlag ab und lief diesem Rückstand vergeblich hinterher. Beim Stand von 4:5 nutzte er vier Breakbälle nicht, wenig später verwandelte Dimitrow seinen ersten Satzball. Federer leistete sich hingegen 60 unerzwungene Fehler, war dazu schwach in der Ausbeute seiner Breakchancen. Er nutzte nur vier von 14 Möglichkeiten, Dimitrow den Aufschlag abzunehmen. Nach einer medizinischen Auszeit kassierte er zu Beginn des letzten Satzes zwei Breaks zum 0:4, nach 3:12 Stunden verwandelte Dimitrow seinen ersten Matchball.

"Schlechtester" US-Open-Halbfinalist seit 1991

Der Weltranglisten-78. Dimitrow, der nach seinem Sieg bei den ATP-Finals 2017 von Verletzungen und Formkrisen zurückgeworfen wurde, ist der am schlechtesten platzierte Spieler in einem Grand-Slam-Halbfinale seit Rainer Schüttler, der das 2008 in Wimbledon als Nummer 94 schaffte. Bei den US Open hatte Jimmy Connors 1991 als Nummer 174 ein Halbfinalist ein tieferes Ranking. In seinem dritten Major-Halbfinale trifft Dimitrow nun auf den Russen Daniil Medwedew. Der Fünfte der Weltrangliste bezwang Stan Wawrinka, der 2016 in New York gewonnen hatte, mit 7:6 (8:6), 6:3, 3:6, 6:1 und erreichte sein erstes Halbfinale eines Grand Slams. Medwedew ist der erste Russe seit neun Jahren, dem dies gelang und qualifizierte sich für die ATP-Finals in London am Ende der Saison.

"Ich bin sehr glücklich, in meinem ersten Grand-Slam-Halbfinale zu stehen", sagte der 23-Jährige nach der Partie und erzählte: "Das Spiel war echt komisch. Ich hatte Schmerzen in meinem Oberschenkel und hätte im ersten Satz nicht gedacht, dass ich das Match beenden kann." Die Einnahme eines Schmerzmittels im ersten Durchgang habe ihm aber geholfen.

Quelle: n-tv.de, ter/sid/dpa