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Erst Anzüge, jetzt WachsVierschanzentournee droht nächster Disqualifikationsskandal

04.01.2026, 11:08 Uhr
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Pawel Wasek beteuert seine Unschuld. (Foto: IMAGO/Newspix)

Seit knapp zwei Jahren ist Fluor-Wachs im Skisport verboten, trotzdem wird bei der Vierschanzentournee ein Springer damit erwischt. Pawel Wasek und das polnische Team betonen jedoch, das verbotene Produkt nicht verwendet zu haben.

Nach den ersten beiden Springen der laufenden Vierschanzentournee stand Timi Zajc im Mittelpunkt der Diskussionen. In Oberstdorf und in Garmisch-Partenkirchen war der Slowene jeweils wegen eines irregulären Anzugs disqualifiziert und daraufhin auch von den Wettbewerben in Innsbruck und Bischofshofen ausgeschlossen worden. Beim dritten Wettkampf rückt nun Pawel Wasek in den Fokus - der Pole wurde kurz nach Ende der Qualifikation aus den Ergebnislisten gestrichen.

Auf seinen Sprungski war verbotenes Wachs gefunden worden, deshalb herrscht jetzt Rätselraten im polnischen Team. "Wir wissen es noch nicht genau. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass das Wachs verunreinigt war", sagte Cheftrainer Maciej Maciusiak am Sonntag nach einer umfassenden Untersuchung. Wasek war am Samstag in Innsbruck nach vermeintlich erfolgreicher Qualifikation disqualifiziert worden, weil auf seinen Ski Reste von Fluor-Wachs entdeckt worden waren. Der Achte der Tournee 2024/25 beteuerte ebenso seine Unschuld.

Maciusiak hatte zuvor gegenüber polnischen Medien gesagt: "Das sind keine Spurenmengen. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die Ski mit Fluor gewachst wurden." Und eröffnete damit die Frage, wie solche Mengen auf den Ski zu finden sein können, wenn weder das polnische Team noch der Springer sie damit behandelt haben wollen. Nun ergänzte er beim Portal skijumping.pl: "Niemand hat einen Fehler gemacht, und ganz sicher hat niemand das Mittel absichtlich aufgetragen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Fehler beim Hersteller liegt."

Fluor ist seit mehr als zwei Jahren aus Umwelt- und Gesundheitsgründen bei FIS-Wettbewerben verboten, war bislang jedoch eher im Langlauf oder bei den Alpinen angewendet worden. Im Skispringen ist dies der erste Fall.

Fluor ist umweltschädlich und krebserregend, es kann nicht auf natürlichem Wege abgebaut werden und lagert sich deshalb immer weiter an. Im Skiwachs war es lange verbreitet, weil es große Vorteile geboten hat, wie ein Cheftechniker des Deutschen Skiverband kurz nach Inkrafttreten des Verbots im ZDF erklärt hatte: "Fluor hat den Vorteil, dass es extrem wasser- und schmutzabweisend ist. Wenn der Ski auf dem Schnee gleitet, wird ein Wasserfilm gebildet, der muss eine optimale Dicke haben." Mit Fluor-Wachs sei es relativ leicht gewesen, für verschiedene Bedingungen gut zu wachsen, gerade bei feuchtem und dreckigem Schnee.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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