Wellinger entgeht Debakel knappTour-Dominator Prevc kracht nach Quali-Sprung in die Bande

Die Qualifikation zum dritten Wettkampf der Vierschanzentournee fordert die Springer mit wechselnden Bedingungen. Während die deutschen Hoffnungen Felix Hoffmann und Philipp Raimund keine Probleme haben, muss Andreas Wellinger lange zittern. Der Gesamtführende Domen Prevc schwächelt.
Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger hat eine schwere Schlappe um 0,1 Punkte vermieden und als 50. der Qualifikation gerade so das Finale der besten 50 Athleten in Innsbruck erreicht. Der 30-Jährige sprang in der Vorausscheidung 115 Meter und sollte es am Sonntag (13.30 Uhr/ZDF und Eurosport) bei der Vierschanzentournee zunächst mit Quali-Sieger Jan Hörl aus Österreich zu tun bekommen. Durch die nachträgliche Disqualifikation des Polen Pawel Wasek rückte Wellinger noch auf den 49. Platz vor und tritt nun gegen Stefan Kraft an.
Eine Schwäche erlaubte sich erstmals der Gesamtführende Domen Prevc, der bei starkem Rückenwind nur 112 Meter sprang und damit nicht über Rang 30 hinauskam. Anschließend krachte der Slowene im Auslauf der Schanze in die Bande, berappelte sich jedoch schnell und gab Entwarnung: nichts passiert. Zuvor hatte der Slowene jede Qualifikation und jedes Springen bei dieser Tournee gewonnen. Die Punkte der Vorausscheidung zählen aber nicht für die Gesamtwertung.
Als Wellinger sprang, waren die Windbedingungen noch in Ordnung. "Wir sind extrem hart am Arbeiten, dass wir eine Lösung finden, dass es leichter wird. Der Fluss und die Leichtigkeit fehlen komplett. Das merke ich, sobald ich oben rausspringe. Ab da ist es nur noch ein Kampf", beschrieb Wellinger seine Flüge im ZDF. "Das ist mühsam", fügte der Bayer an. Schon 25 Minuten vor Ende der Quali sagte der Stadionsprecher, Wellinger sei "am Schleuderstuhl". Nur wegen eines Patzers des Norwegers Marius Lindvik klappte es noch mit Rang 50.
Das deutsche Spitzenduo Felix Hoffmann und Philipp Raimund schaffte die Qualifikation vor 8400 Zuschauern problemlos. Hoffmann (123 Meter) sprang auf Rang fünf, für Raimund (116,5 Meter) ging es auf Platz 16. In der Tournee-Gesamtwertung geht es für beide noch um einen Podestplatz. Auch Raimund sorgte für eine Schrecksekunde, als er mit zu viel Geschwindigkeit in eine Bande krachte, die daraufhin zu Bruch ging: "Ich habe da oben mal kurz die Bande mitgenommen. Mir geht es soweit gut. Ich hoffe, das bleibt auch den Rest des Abends so."
Pius Paschke (23.) und Karl Geiger (39.) lösten ihr Ticket für das Bergisel-Springen. "Ich habe heute den Tag als sehr positiv empfunden", sagte Geiger, der in Oberstdorf noch die Qualifikation und in Garmisch-Partenkirchen den zweiten Durchgang verpasst hatte.