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Hartes Los im EM-AchtelfinaleVolleyballer rufen "volle Attacke auf Holland" aus

07.09.2023, 15:09 Uhr
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Deutschland wehrte sich gegen wuchtige italienische Angriffe. (Foto: IMAGO/IPA Sport)

Ohne einige Topspieler bringen Deutschlands Volleyballer den Welt- und Europameister Italien an den Rand der Niederlage. Daraus zieht die Auswahl von Bundestrainer Michal Winiarski Zuversicht für das EM-Achtelfinale. Das hat nämlich auch Bedeutung für die Olympia-Quali.

Die knappe Niederlage gegen Weltmeister Italien war ärgerlich, doch trotzdem setzten die deutschen Volleyballer für sich ein Zeichen für die K.-o.-Runde der Europameisterschaft. "Es war wichtig, dass wir mit Energie aufs Feld gegangen sind und so ein Spiel gemacht haben, gerade im Hinblick auf das Achtelfinale", sagte Libero Julian Zenger nach dem 2:3 gegen die italienischen Gastgeber. "Das hat unserer Mannschaft noch mal einen großen Push gegeben."

Am Samstag (21 Uhr/Sportdeutschland.tv) geht es in der Runde der letzten 16 gegen die Niederlande. In den Duellen mit Italien und auch den Serben zeigte das Team von Trainer Michal Winiarski, dass es mit den Besten der Welt mithalten kann. Ein paar Prozente fehlten in den entscheidenden Momenten aber noch.

Die Platzierungen standen schon vor dem letzten Gruppenspiel in der ausverkauften Halle in Ancona fest, es ging noch um Punkte für die Weltrangliste - und ein gutes Gefühl für die nächste Runde. Winiarski schonte Ausnahmespieler Georg Grozer und andere für das Achtelfinale. Doch die Qualität in der Breite des Kaders zeigte sich wie schon gegen die Schweiz.

Die Deutschen ließen sich weder von der vermeintlichen Übermacht des amtierenden Welt- und Europameisters noch von der beeindruckenden Kulisse einschüchtern. "Hätte mir vorher jemand gesagt, wir können ein 2:3 und so ein Spiel machen, wären wir alle damit einverstanden gewesen", sagte Zenger. "Aber wenn man den Tiebreak erreicht, will man auch gewinnen, daher ist die Enttäuschung schon da."

Grozer gibt die Richtung vor, braucht aber Unterstützung

Die Chance auf eine bessere Platzierung in der Gruppe und einen mutmaßlich leichteren Gegner im Achtelfinale hatte das DVV-Team am Dienstag gegen Serbien verpasst. Beim 1:3 kamen Probleme zum Vorschein, die die deutsche Mannschaft schon in der enttäuschend verlaufenen Nationenliga geplagt hatten. "Der Knackpunkt war sicher das Ende des dritten Satzes, wo wir bei 21:21 zwei Annahmen direkt rüber baggern", sagte Kapitän Lukas Kampa. In der Crunchtime sei das "zu viel und tut besonders weh".

Die Schwierigkeiten in den entscheidenden Momenten sollten mit Grozers Rückkehr eigentlich der Vergangenheit angehören. Gegen Belgien klappte das, gegen die Serben und Italien nicht. Der 38-Jährige zeigte in seinen drei Einsätzen, was er der Mannschaft noch geben kann. Er war punktbester Spieler, trieb seine Mitspieler an und ging voran. Doch auch Grozer hatte kleinere Wackler drin. Umso wichtiger wird es sein, wie ihn die anderen Spieler unterstützen.

Gegen die Niederlande um Kapitän und Diagonalangreifer Nimir Abdel-Aziz spielte die deutsche Mannschaft in diesem Jahr schon in der Nationenliga. Es gab ein 0:3 - wenn auch in anderer Besetzung und ohne Grozer. Ein Testspiel in der Vorbereitung auf die EM gewann das Team dagegen. "Wir wissen, dass wir sie schlagen können", sagte Röhrs. "Viel wird über den Aufschlag gehen. Aber auch Spielfreude, gute Energie auf dem Feld." Auch Teamkollege Zenger gab sich optimistisch - und formulierte die Marschroute für Samstag: "Volle Attacke auf Holland!"

Das Spiel hat nicht nur Bedeutung für die Europameisterschaft. In der Weltrangliste, die für die letzten zu vergebenden Olympia-Startplätze entscheidend ist, liegen die Niederländer einige Plätze vor den Deutschen. Jeder Punkt zählt für die DVV-Auswahl.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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