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Gegen Mikkel gibt's kein Mittel WM-Erlöser Hansen krönt sich und Dänemark

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Mikkel Hansen ist nicht nur der Superstar der dänischen Handballer - sondern der gesamten WM.

(Foto: imago/Bildbyran)

Es soll die Weltmeisterschaft von Mikkel Hansen werden – und es wird die Weltmeisterschaft von Mikkel Hansen. Der geniale Rückraumspieler führt Dänemark zum ersten WM-Titel der Handball-Geschichte und krönt sich endgültig zum zweiten König des Landes.

Irgendwann Mitte der zweiten Halbzeit breitete Mikkel Hansen die Arme aus, blickte auf und ließ die Ovationen der 15.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena in Herning auf sich wirken. Der Superstar des dänischen Handballs hätte diese Pose gar nicht zeigen brauchen, seine Wirkung als Erlöser war auch ohne sie klar und eindeutig. Eine außergewöhnliche Berühmtheit war Hansen schon seit Jahren in seiner Heimat, seit dem Endspiel der Weltmeisterschaft 2019 an diesem Sonntagabend reicht diese Beschreibung nicht mehr. Im Alter vom 31 Jahren stieg der Rückraumspieler von Paris Saint Germain endgültig zum zweiten König des Landes auf, weil die Dänen selbstverständlich auch dank ihm durch ein 31:22 (18:11) gegen Norwegen das Finale deutlich gewannen. Dänemark gewann zum ersten Mal den globalen Titel und hat nach dem Olympiasieg 2016 den zweiten ganz großen Triumph in der Geschichte gefeiert.

Das Finale war noch nicht beendet, aber doch so einseitig verlaufen, dass Hansen schon während der zweiten Halbzeit die größtmögliche Bühne seiner Sportart zu seiner Bühne machen konnte. Die Fans in der Jyske Bank Boxen bereiteten sich schon darauf vor, ihre Mannschaft in Kürze weltmeisterlich zu feiern, als der spektakulärste Akteur seiner Zeit die Aufmerksamkeit mit der Erlösergeste auf sich zog. Die WM, in der die Dänen neben Deutschland Co-Ausrichter waren, sollte das Turnier von Mikkel Hansen werden. Der langhaarige Mann aus Helsingör zierte das offizielle WM-Plakat, er spielte eine Hauptrolle in diversen Werbesports und musste vor und während des Turniers die meisten Interviews geben. Alles war darauf ausgelegt, dass sich Mikkel zum König krönt – und Mikkel krönte sich zum König.

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Der Erlöser: Hansen führt Dänemark zum ersten WM-Titel überhaupt.

(Foto: imago/Ritzau Scanpix)

Nach dem Finale wurde der 31-Jährige als wertvollster Spieler (MVP) der Weltmeisterschaft ausgezeichnet, die meisten Treffer (72) hatte er zudem erzielt, am Ende wurde die Finalrunde der vier weltbesten Teams zu Mikkel-Festspielen. "Er hat dieser WM seinen Stempel aufgedrückt", sagte Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen, der in seinem Nebenjob außerdem Coach der Rhein-Neckar Löwen ist. Jacobsen hat Anteil daran, dass sich sein bester Spieler auf dem Zenit seiner Schaffenskraft befindet, denn ihm gelang es, den exzentrischen Topstar in das Mannschaftsgefüge zu integrieren, ohne die herausragenden individuellen Fähigkeiten von Hansen zu beschneiden. "Das heute ist der größte Tag", sagte Hansen unmittelbar nach den letzten Minuten dieser 26. Handball-Weltmeisterschaft.

Karabatic's Franzosen verzweifeln an Hansen

Wozu Hansen in der Lage ist, wenn er sein Leistungsoptimum erreicht, stellte er im Halbfinale dieser Weltmeisterschaft unter Beweis. Im Gegensatz dazu zeigte Hansen gegen die Norweger eine für seine Möglichkeiten durchschnittliche Leistung, die allerdings dazu reichte, sieben Tore selbst zu werfen. Gegen Frankreich schwang er sich beim 38:30-Erfolg in der Vorschlussrunde zu dem Akteur auf, der die Partie gefühlt im Alleingang entschied. Zwölf Treffer erzielte Hansen gegen den Titelverteidiger und setzte seine Kollegen außerdem immer wieder glänzend in Szene. "Wir hatten kein Mittel gegen Mikkel", räumte später Nikola Karabatic ein, der bei Paris Saint Germain Seite an Seite mit Hansen spielt.

Der WM-Titel war aber nicht allein das Werk von Hansen, auch wenn der 31-Jährige seine Teamkollegen mit seiner besonderen Fähigkeit überstrahlte, komplizierte Bewegungsabläufe kinderleicht aussehen zu lassen. Allein im Rückraum gibt es neben Hansen noch zwei Akteure, die im Kader der Deutschen schmerzlich vermisst wurden. Rasmus Lauge (SG Flensburg-Handewitt) und Morten Olsen (TSV Hannover-Burgdorf) spielen zwar in der Bundesliga, haben aber einen dänischen Pass und stellten gemeinsam mit Hansen den besten Rückraum dieser Weltmeisterschaft. Im Tor bewies Niklas Landin (THW Kiel) seine Extraklasse und auf den Außenpositionen ist die Mannschaft von Nikolaj Jacobsen herausragend besetzt.

Die Weltmeisterschaft im eigenen Land sollte der Höhepunkt in der Laufbahn dieser außergewöhnlich talentierten Mannschaft werden und dieser Plan ging perfekt auf. Die Dänen gewannen alle zehn Partien, nie wurde es knapper als beim Vorrundenduell gegen Norwegen und dem Hauptrundenspiel gegen Schweden, beide Partien endeten 30:26. Wie stark Dänemark in der Gegenwart ist, bewiesen das Halbfinale und das Endspiel, die zu Machtdemonstrationen der Jacobsen-Schützlinge wurden – und zur Krönungszeremonie des neuen sportlichen Königs von Dänemark.

Quelle: n-tv.de

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