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Mahomes verzaubert NFL-Ikonen Was dieser Typ kann, das ist nicht fair

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Patrick Mahomes lieferte mit seinen Kansas City Chiefs eine Show ab.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Im Duell der neuen Superstar-Quarterbacks zeigt Patrick Mahomes, wer der Boss in der Liga ist. Mit seinem Kansas City Chiefs haut er den Baltimore Ravens "auf die Fresse" - und lässt Mitspieler, Gegner und Experten ob seiner Touchdowns, Rekorde und Spielweise verblüfft zurück.

So viel wie er verdient kein anderer Sportler auf der Erde: Im Juli unterschrieb Patrick Mahomes, Quarterback des NFL-Teams Kansas City Chiefs, einen Vertrag, der ihm in den kommenden zehn Jahren inklusive Prämienzahlungen mehr als 500 Millionen US-Dollar einbringen könnte. Eine halbe Milliarde. "Pat Mahomes ist jeden Penny wert", twitterte schon damals Ex-Footballer Darrelle Revis. Jetzt stellte der Chiefs-Spielmacher mal wieder unter Beweis, warum das tatsächlich stimmen könnte.

Wie wird Mahomes mit diesem Mega-Vertrag umgehen in der neuen Saison? Schafft er es, den immensen Druck in positive Energie umzumünzen? Und können die Chiefs nach dem Super-Bowl-Sieg im Februar in dieser Spielzeit erneut liefern? Hinter dem Megastar und seinem Team standen vor der Corona-Saison viele Fragezeichen. Aber sie gaben deutliche Antworten: Nach drei Spieltagen weisen die Chiefs eine perfekte 3:0-Bilanz auf. Besonders beeindruckend war der Gewinn des Topspiels in der Nacht zum Dienstag bei den Baltimore Ravens mit 34:20 - dank einer abermaligen Ausnahmeleistung ihres Quarterbacks.

Im Spiel gegen die Ravens kam es zum Duell der neuen Quarterback-Superstars der Liga, das Mahomes (25 Jahre) gegen Lamar Jackson (23) klar gewann. Beide gehören zur jungen Generation der Spielmacher, die anders als die alte Garde um Tom Brady, Drew Brees oder Aaron Rodgers nicht nur punktgenau werfen, sondern auch mit eigenen Läufen überzeugen kann. Mahomes führte den Ravens-Spielmacher beinahe vor, indem er vier Touchdowns warf - und natürlich einen fünften selbst erlief. Jackson enttäuschte mit nur 97 Pass-Yards und einem Touchdown.

"Der Himmel ist die Grenze"

Mahomes dagegen stieg mit seinen 385 Yards zum Quarterback auf, der in der Liga-Geschichte am schnellsten mehr als 10.000 Yards erworfen hat. Er brauchte mit 34 Spielen zwei weniger als der vormalige Rekordhalter Kurt Warner. 31 seiner 42 Pässe fanden im Spiel gegen die Ravens die Hände eines Mitspielers - trotz starker Defensivsequenzen der Ravens.

"Jeder hat einen Plan", sagte Boxer Mike Tyson 1996 über die Gewinnchancen seines Gegenübers Evander Holyfield, "bis er eins auf die Fresse bekommt." So dürften sich auch die Ravens mit ihrem Matchplan gefühlt haben. Immer wieder tänzelte und sprang Mahomes aus der sogenannten Pocket - die Safe-Zone, die seine Mitspieler für ihn bilden, um Zeit für den Wurf zu generieren - heraus und wieder in sie hinein. Andere Male ließ er sich einfach zurückfallen und feuerte punktgenaue Würfe oder seine berüchtigten Shovel-Pässe zu seinen Empfängern. Sein heftigster Schlag in die "Fresse" der Ravens war ein einfüßiger 49-Yard-Zuckerpass zum zwischenzeitlichen 26:10.

"Man muss es Patrick hoch anrechnen, die Angriffe so angeführt zu haben", sagte Cheftrainer Andy Reid über das Spiel seines Quarterbacks gegen den Druck Baltimores. "Er ist vorangegangen und wollte die Verantwortung." Die Chiefs knackten mit dem Sieg eine Siegesserie des Gegners von 14 Spielen in der regulären Saison und stellten einen eigenen Rekord mit zwölf gewonnenen Partien in Folge auf. Wide Receiver Sammy Watkins lobte seinen Spielmacher: "Der Himmel ist die Grenze für diesen Typen. Er ist ein besonderes, seltenes Talent."

"Hätten ihm eine Milliarde bezahlen können..."

"Es ist seine pure Anwesenheit auf dem Platz", erklärte Quarterback-Legende Steve Young, dreimaliger Super Bowl-Gewinner und Hall of Famer, Mahomes' Besonderheit. "Bereits als junger Mann hat er eine unglaubliche Präsenz auf dem Feld. Eine emotionale, mentale Präsenz, als wäre er 40 Jahre alt. Er hat die gleiche Art von Präsenz, die ich bei einem Drew Brees oder einem Tom Brady empfinde. Das ist nicht fair."

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Auch der Gegner zollte Respekt. "Sie geben diesem Kerl nicht ohne Grund eine halbe Milliarde Dollar", sagte Ravens Defensive End Calais Campbell: "Er hat einfach einen Spielzug nach dem anderen gebracht." Und als hätte er bereits vor der Partie geahnt, welche Show auf sein Team zurollen würde, hatte Baltimores Verteidigungskoordinator, Don Martindale, den Mahomes-Megavertrag am Freitag als ein Schnäppchen betitelt. "Sie hätten ihm eine Milliarde bezahlen können", sagte er. "Ich würde immer noch denken, dass er unterbezahlt ist."

Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass Mahomes Spieler, Trainer und Experten mit seinem Können zu Bewunderungsausrufen brachte. In seiner ersten Saison als Starter im Jahr 2018 wurde er der zweite Quarterback in der NFL-Geschichte, der in einer Saison 5.000 Yards und 50 Touchdowns warf. Er heimste in jener Spielzeit die begehrte MVP-Trophäe des wertvollsten Spielers ein und ist der jüngste Spieler in der Liga-Historie, der sowohl eine MVP-Trophäe der regulären Saison als auch eine MVP-Auszeichnung aus dem Super Bowl in seinem Regal stehen hat.

Wenn der 25-Jährige so weiter macht, könnte er die ganz großen Quarterbacks um Brady und ihre Erfolge ein- und sogar überholen und irgendwann zum Besten der Besten werden. In der vergangenen Saison ging der Titel des Saison-MVPs zwar an Jackson von den Ravens - aber Patrick Mahomes machte im direkten Duell mit ihm nun wieder allen klar: Er ist sein Geld wert und dies ist seine NFL.

Quelle: ntv.de