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Wettkampf als Simulation Weißer Hai schwimmt Phelps davon

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Michael Phelps kommt zwei Sekunden nach seinem Gegner, einem Weißen Hai, ins Ziel.

(Foto: dpa)

Im Becken hat Olympiasieger Michael Phelps viele Gegner hinter sich gelassen - doch gegen den König der Meere hat der Schwimmstar keine Chance. Im offenen Meer muss sich Phelps dem großen Weißen geschlagen geben. Zumindest in der Theorie.

Er ist der erfolgreichste Schwimmer der Geschichte, aber nicht der König der Meere: Der 23-fache Olympiasieger Michael Phelps hat sich in einem im Fernsehen ausgestrahlten Showrennen über 100 Meter einem computergenerierten Weißen Hai geschlagen geben müssen. Phelps kam nach 38,1 Sekunden ins Ziel und verlor das ungewöhnliche Kräftemessen, das am Sonntagabend (Ortszeit) auf dem US-Sender Discovery gezeigt wurde, um zwei Sekunden.

Phelps nahm die Niederlage sportlich - immerhin fand der Wettbewerb nur in der Theorie statt. US-Medien zufolge wurden simulierte Bewegtbilder eines Hais anhand der Daten von mehreren Tieren in die TV-Aufnahmen von Phelps hineingeschnitten. "Revanche? Nächstes Mal...wärmeres Wasser", twitterte der 32-Jährige nach der Ausstrahlung. Viele Zuschauer waren jedoch enttäuscht, weil sie von einem Rennen mit einem echten Weißen Hai ausgegangen waren.

Online äußerten sie ihr Unverständnis für die irreführende Reklame. "Dass Michael Phelps nicht gegen einen echten Hai schwimmt, ist, als ob man Tickets für Kanye West verkauft bekommt und dann die Performance eines Kanye-Hologramms sieht", schrieb ein Nutzer auf Twitter. "Wenn ich einen computergenerierten Hai hätte sehen wollen, hätte ich 'Sharknado' geschaut", witzelte ein anderer. Und einige fühlten sich sogar regelrecht betrogen.

Phelps: "Ein regelrechter Hai-Freak"

Auch Phelps hatte die Zuschauer mit seinen Äußerungen im Vorfeld der Ausstrahlung an ein echtes Wettschwimmen vor der Küste Südafrikas im offenen Meer glauben lassen. So erzählte der Schwimmstar, es seien 15 Sicherheits-Taucher in der Nähe gewesen, als die beiden Kontrahenten um die Wette schwammen - nur mit einem Netz voneinander getrennt. Das Showrennen ist Teil einer Themenwoche bei Discovery zu Haien und soll in Deutschland am 29. Juli ausgestrahlt werden.

Lange überreden mussten die Fernsehmacher Phelps zu der fingierten Aktion offenbar nicht. Die  Sendereihe "Shark Week", in der das simulierte Rennen gezeigt wurde, hat er schon als Teenager verfolgt - sie lief immer dann, wenn er gerade auf Wettkämpfen war und sich zwischen den Starts vor dem Fernseher entspannte. "Ich war ein regelrechter Hai-Freak", erzählte Phelps der USA Today. "Ich wollte alles über sie  wissen. Weil ich so begeistert von Wasser bin, bin ich auch von Haien begeistert."

Eigentlich hat selbst der schnellste Mensch gegen einen Hai keine Chance. "In einem Rennen war meine höchste Geschwindigkeit vielleicht acht bis neun Stundenkilometer", so Phelps - ein Weißer Hai ist mehr als fünfmal so schnell.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/sid