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E-Sport Fortnite-WM in New York Wenn Kinder um Millionen zocken

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Auch in Deutschland ist E-Sport immer beliebter: Hier der finale Wettbewerbstag in Hamburg bei einem Turnier des Online Multiplayers Dota 2.

(Foto: imago/Chris Emil Janßen)

Zahlreiche Minderjährige zocken am Wochenende in New York um insgesamt 30 Millionen US-Dollar. Bei der ersten WM im Hype-Game Fortnite, dem größten E-Sport-Turnier der Geschichte, können Teenager zu Millionären werden. Die deutsche Hoffnung ist 13 Jahre alt und will eh "nie normal arbeiten gehen".

Eigentlich jagen im Arthur-Ashe-Stadium von New York Tennisstars wie Novak Djokovic, Roger Federer und Serena Williams dem gelben Filzball und einem millionenschweren Preisgeld hinterher. Nicht an diesem Wochenende allerdings - denn E-Sport erobert Flushing Meadows. Bei der ersten Weltmeisterschaft des quietschbunten Battle-Royale-Hits Fortnite zocken die oft minderjährigen Teilnehmer um die insgesamt 30 Millionen US-Dollar im Jackpot. Allein der Sieger darf sich über drei Millionen freuen.

Mit dabei ist vor über 20.000 Fans der deutsche Hoffnungsträger Lion "Lyght" Krause, der sich in der Online-Qualifikation gegen fast 40 Millionen anderer Zocker weltweit durchgesetzt hat. Für den erst 13-Jährigen ging damit ein Traum in Erfüllung. "Mein Ziel war es immer, nie normal arbeiten gehen zu müssen", sagte Krause dem öffentlich-rechtlichen Digitalnetzwerk Funk. Seine ersten Schritte in Richtung finanzielle Unabhängigkeit hat "Lyght" bereits gemacht. Für das Erreichen des WM-Finals erhält der Zocker satte 50.000 Dollar. Am Wochenende geht es dann zwischen 100 E-Sportlern im Einzel am Sonntag und 50 Teams im Duo-Turnier am Samstag um das ganz große Geld.

Seine starken Auftritte haben schnell großes Interesse geweckt und Krause Anfang Juli einen Vertrag beim "Team GamerLegion" beschert. In einem freiwilligen einwöchigen "Bootcamp" bei einem Grafikkarten-Hersteller in München hat sich der extrem junge eSport-Profi mit Gleichbegabten intensiv auf die WM vorbereitet. Das Pensum des Heranwachsenden ist immens. Sieben Tage am Stück, zehn bis zwölf Stunden täglich: jeweils eine Stunde aufwärmen, Kreativphasen, Essenspausen, Analyse, Einzeltraining und gegen Profis auf Augenhöhe spielen - und nebenbei geht Leon weiterhin aufs Gymnasium, hat in seinen Hauptfächern einen starken Notenschnitt von 1,3.

14 Millionen Instagram-Follower

Dass es jedoch auch ganz anders gehen kann, zeigt ein Extrembeispiel aus Großbritannien, das für große Diskussionen sorgt. Die Mutter des 15 Jahre alten britischen Topspielers Benjy "Benjyfishy" Fish, die ihn auch als Managerin betreut, hatte ihren Sohn kürzlich erst aus der Schule genommen und einen Privatlehrer engagiert, um sich voll und ganz auf Fortnite konzentrieren zu können. Für Schüler "Lyght" ist seine gute schulische Leistung trotz eines vermeintlichen Full-Time-Jobs an Tastatur und Maus schnell erklärt.

"Es ist relativ einfach. Wenn ich esse, dann muss ich einfach runterkommen, dann lerne ich eine halbe Stunde, und dann geh ich wieder hoch und spiele weiter. Das läuft ganz gut", sagte der Gamer. Die Chancen auf eine Top-Platzierung bei der WM in New York stehen nicht schlecht, bis auf den US-Amerikaner Turner "Tfue" Tenney, 21 Jahre alt, hat sich keiner der bekannten Streamer und Top-Stars für die Endausscheidung qualifizieren können. Auch nicht dabei ist der durch seine blauen Haare und Fotos mit Neymar bekannte Tyler "Ninja" Blevins, 28 Jahre alt, das mit 14,1 Millionen Abonnenten allein auf Instagram wohl bekannteste Gesicht der Fortnite-Szene.

Wo "Lyght" landet, wird sich am Sonntag zeigen, wenn das Einzel-Finale um 19.00 Uhr deutscher Zeit startet. "Das wäre top, wenn er einfach unter die Top-10 kommt", sagte sein Trainer Chris "chriZplosion" Zerbe. Der Weg dorthin ist schnell erklärt: In sechs Partien sammeln die 100 Spieler im Einzel im Modus "Jeder-gegen-Jeden" so viele Punkte wie möglich. Ziel ist es in jeder Partie, als Letzter zu überleben. Dazu können die Gegner entweder geschickt eliminiert werden, oder die Zocker verstecken sich innerhalb des Spielfeldes so lange, bis nur noch sie übrig bleiben. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt die drei Millionen.

Quelle: ntv.de, Lars Weiske, sid