Sport

"Pferde sind kein Sportgerät" Werth sieht keine Tierquälerei im Reitsport

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Daumen hoch für die Regeln in der Dressur. Daumen runter für den Fünfkampf.

(Foto: imago images/osnapix)

Die Bilder der verzweifelten Annika Schleu und ihres Pferdes sind noch immer präsent - doch Isabell Werth hält Pferdesport weiter für richtig. Stattdessen kritisiert die Olympiasiegerin den Modernen Fünfkampf. Dessen Regelwerk sei anders als das von Springen und Dressur "nicht mehr zeitgemäß".

Reitsport-Legende Isabell Werth hat sich gegen Vorwürfe der Tierquälerei in ihrer Sportart gewehrt. "Ich vertrete die Meinung, dass ein Pferd sehr wohl als Reitpferd als auch im Sport genutzt werden darf. Allerdings sind die Pferde dann Partner des Reiters und somit kein Sportgerät", sagte die siebenmalige Dressur-Olympiasiegerin dem "Spiegel".

Den Reitsport hält Werth weiterhin für ethisch vertretbar. "Bei aller Wertschätzung und Liebe für die Tiere steht das Wohl des Menschen an oberster Stelle. Und es liegt in der Verantwortung des Menschen, mit den Tieren artgerecht umzugehen. Hier hat sich die Wertediskussion und auch die Wahrnehmung in den vergangenen Jahren deutlich verändert", sagte sie.

Der Eklat um die Fünfkämpferin Annika Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio hatte auch eine generelle Debatte um den Reitsport ausgelöst. Diese lehnt Werth jedoch ab und kritisiert stattdessen, das Regelwerk des Fünfkampfs sei "nicht mehr zeitgemäß", so die 52-Jährige. "Dort werden den Athleten kurz vor dem Ritt unbekannte Pferde zugelost. Ich spreche bewusst nicht von Tierquälerei, aber dass diese Regelung weder im Sinne des Pferdes noch des Reiters ist, hat sich einmal mehr gezeigt."

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Werth ergänzte: "Wenn ich mit meiner Stute Bella Rose oder all den anderen Pferden 10, 12 oder 14 Jahre lang tagtäglich zusammenarbeite, entsteht ein völlig anderes Verhältnis. Dann kennen wir uns in- und auswendig." Dressurreiten sei "ein Miteinander, bei dem das Pferd auf die Hilfen des Reiters reagiert. Am Ende des Tages ist die Ausbildung eines Pferdes sehr vergleichbar mit der eines Kindes. Und der Lernprozess eines Kindes in der Schulklasse entspricht dem täglichen Training mit einem Pferd."

Werth verwies auf die wichtige Bedeutung des Tierwohls im professionellen Reitsport: "Wir Reiter sind alle von unserem Pferd abhängig. Der beste Reiter taugt nichts ohne ein tolles Pferd. Und wir müssten dumm sein, wenn wir nicht alles täten, um die Pferde so optimal wie möglich zu halten, damit am Ende auch die beste Leistung herauskommt." Zudem gebe es "engmaschige Kontrollen. Es gibt ja nichts mehr auf einem Abreitplatz, was nicht gefilmt oder durch Stewards kontrolliert wird", so Werth.

Quelle: ntv.de, tsi/sport.de

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