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"Im Tischtennis hat das Alter nichts zu sagen": Tomokazu Harimoto.
"Im Tischtennis hat das Alter nichts zu sagen": Tomokazu Harimoto.(Foto: imago/Chai v.d. Laage)
Freitag, 02. Juni 2017

Mit 13 Jahren im Achtelfinale: Wunderkind rockt die Tischtennis-WM

Bei Olympischen Spielen dürfte er noch gar nicht mitspielen. Bei der Tischtennis-WM ist der 13 Jahre alte Japaner Tomokazu Harimoto aber die große Sensation. Er schlägt in Düsseldorf einen Gegner nach dem anderen. Aber wird da nicht ein Kind überfordert?

Interviews gibt Tomokazu Harimoto schon wie ein ganz Alter. Wie er denn mit nur 13 Jahren einen der besten sechs Spieler der Welt schlagen könne, wurde das japanische Wunderkind bei den Weltmeisterschaften in Düsseldorf gefragt. Und Harimoto antwortete: "Im Tischtennis hat das Alter nichts zu sagen. Ich will einfach nur mein Spiel spielen und von Beginn an angreifen. Und im nächsten Spiel mache ich dann wieder genau dasselbe." - "Im Tischtennis hat das Alter nichts zu sagen": Das ist so etwas wie der Satz dieser WM.

Denn seit dem ersten Tag stehen in Düsseldorf zwei Kinder im Blickpunkt - begleitet von der Frage, ob sie bei einem so einem großen Turnier schon mitspielen sollten oder nicht. Der jüngste Spieler der WM wurde am Tag seines ersten und letzten Auftritts in Düsseldorf gerade einmal neun Jahre alt: Iljas Allanazarow aus Turkmenistan. Er ist Sohn des Verbandspräsidenten in der früheren Sowjetrepublik. Das mag auch eine Erklärung dafür sein, warum er bereits zum zweiten Mal für eine WM nominiert wurde.

Ovtcharov nennt ihn ein "Jahrhunderttalent"

Tomokazu Harimoto dagegen sorgt auch sportlich für Schlagzeilen. Nun besiegte er Cheng-Ting Liao aus Taiwan mit 4:0 Sätzen. Er steht jetzt im Achtelfinale, der Runde der besten 16. Sein Gegner dort heißt Lubomir Pistej, Nummer 156 der Welt. Und nach allem, was man bei dieser WM gesehen hat, wäre es nicht allzu verwegen, zu sagen: Der Slowene kann für Sonntag schonmal seinen Rückflug buchen. Der 13-jährige Harimoto ist in diesem Duell der klare Favorit. Am Donnerstag besiegte er seinen Landsmann Jun Mizutani mit 4:1. Dem hatte man im Vorfeld so ziemlich als einzigem zugetraut, den übermächtigen Chinesen gefährlich zu werden. Mizutani steht auf Platz sechs der Weltrangliste, er gewann 2016 die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen. Doch gegen Harimoto war er ohne Chance.

Timo Boll kam bereits mit 16 Jahren zum ersten Mal für die deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz. Doch im Vergleich zu Harimoto wirkt seine Karriere fast schon gewöhnlich. Der Japaner ist der jüngste Spieler, der jemals ein Endspiel bei einem World-Tour-Turnier erreichte, er wurde auch mit 13 Jahren U21-Weltmeister. Dimitrij Ovtcharov nennt ihn ein "Jahrhunderttalent". Der Deutsche war es auch, der Harimoto im Februar im Endspiel der Indian Open besiegte. Der junge Japaner profitiert davon, dass es bei Tischtennis-Weltmeisterschaften anders als bei Olympischen Spielen keine Altersbegrenzung gibt.

Jeder darf mitmachen, auch wenn Kritiker sagen: Ein Kind wie Harimoto wird dadurch verheizt. Richard Prause, der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis Bundes, kann diesen Einwand nicht nachvollziehen. Er argumentiert, dass junge Talente gerade in Asien schon mit fünf bis sieben Jahren mit hartem Training beginnen. "Wenn die Jungs den Sport mit Spaß und Ehrgeiz betreiben und schon das Level für Herrensport erreicht haben, ist es völlig okay mitzuspielen", sagte Prause der "Rheinischen Post".

Quelle: n-tv.de