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Sportvideos für die Quarantäne Zeller trifft die goldene Ecke

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Christopher Zeller traf im Finale 2008 zum wichtigen 1:0 für Deutschland.

(Foto: imago sportfotodienst)

Der Livesport steht still, die Coronavirus-Krise stoppt die Ligen, Wettkämpfe sind abgesagt. Auf Sport aus dem TV muss trotzdem niemand verzichten, schließlich gibt es Aufzeichnungen von historischen Ereignissen. Heute: Die olympische Goldmedaille der deutschen Hockeyherren 2008 in Peking.

"Wahnsinn, die Spanier hatten überhaupt keine Chance", sagte Torwart Max Weinhold und schrie: "Das ist total verrückt." Als der Schlusspfiff ertönte, flogen viele Schläger durch die Gegend, die Deutschen lagen sich in den Armen. Die Hockey-Auswahl von Bundestrainer Markus Weise hatte gerade olympisches Gold gewonnen. "Man muss Olympiasieger werden, damit sich die Leute in 20 Jahren noch an einen erinnern", meinte der Nürnberger Max Müller: "Genau das hatten wir uns heute vorgenommen."

Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis Stürmer-Star Christopher Zeller die deutsche Mannschaft, den Trainerstab und die Fans erlöste: Nach einem Solo von Mittelfeldmotor Moritz Fürste über die rechte Seite gab es die zweite Strafecke für das deutsche Team. Nachdem der erste Versuch von Ecken-König Zeller noch abgewehrt wurde, ließ er es sich im erneuten Anlauf nicht nehmen und verwandelte souverän zur 1:0-Führung.

"Chance mussten wir ergreifen"

Das deutsche Team bestritt das Olympia-Finale sehr kontrolliert. Voller Selbstvertrauen und mit einer erstklassigen Abwehrarbeit überstand die Mannschaft souverän die spanischen Ausgleichsbemühungen. Die Führung ließ sie sich fortan nicht mehr nehmen. Den Herren war keinerlei Nervosität anzumerken. Selbstvertrauen hatten sie sich durch den erfolgreichen Siebenmeter-Krimi gegen den Erzrivalen aus den Niederlanden im Halbfinale geholt. Und Finalgegner Spanien hatten die Deutschen in der Vorrunde schon einmal geschlagen. "Dann weiß man, dass Großes drin ist", sagte Tibor Weißenborn, der nach dem Gold-Triumph seine Karriere in der Nationalmannschaft beendete: "Diese Chance mussten wir ergreifen."

Bundestrainer Markus Weise feierte zudem einen ganz persönlichen Triumph: Als erster Coach einer Ballsportmannschaft führte er innerhalb von vier Jahren Frauen und Männer zur olympischen Goldmedaille. Zwei Jahre vor dem Gold-Coup in Peking, krönte sich Deutschland bereits zum Weltmeister.

Erst als zweites Team nach Pakistan 1984 schafften es die Hockey-Herren damit, als amtierender Weltmeister auch Olympia-Gold zu gewinnen. Der Sieg in Peking war der dritte deutsche Olympiasieg nach 1972 und 1992. Damals wusste gewiss noch niemand, dass der Coup 2012 erneut gelingen sollte.

Quelle: ntv.de