Gute Nachrichten fürs DHB-TeamZu brutal: Portugal-Maschine wird gegen Deutschland nachträglich gesperrt

Am Nachmittag muss die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der EM Portugal schlagen, um den Traum von der Medaille am Leben zu halten. Vor dem Spiel gibt es eine gute Nachricht für die deutsche Offensive: Ein Portugiese wird wegen übertriebener Härte nachträglich gesperrt.
Herber Rückschlag für Portugals Handballer: Deutschlands kommender EM-Gegner muss zum Hauptrundenauftakt auf Kreisläufer Victor Iturriza verzichten. Wie die Europäische Handballföderation (EHF) verkündete, wird der 35-Jährige beim Duell mit der DHB-Auswahl am Donnerstag (15.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf ntv.de) gesperrt fehlen. Grund für den nachträglichen Ausschluss ist ein Vergehen, das er sich in den Schlussminuten des Vorrundenspiels gegen Dänemark geleistet hat.
Iturriza hatte Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin beim 31:29-Coup gegen den Olympiasieger mit ausgestrecktem Arm geblockt. Da er zuvor bereits zwei Zeitstrafen kassiert hatte, sah der Portugiese für die Aktion die Rote Karte. "Nach sorgfältiger Prüfung des Vorfalls kam die Disziplinarkommission zu dem Schluss, dass die Handlung rücksichtslos und gefährlich war", heißt es vom Kontinentalverband EHF, der jede direkte Disqualifikation nachträglich überprüft. "Aufgrund des schwerwiegenden unsportlichen Verhaltens" werde Iturriza gegen Deutschland nicht dabei sein. Gidsel wurde bei dem Duell nicht verletzt, er musste auch nicht vom Feld und konnte das Spiel zu Ende bringen.
Der portugiesische Verband legte Beschwerde gegen die "ungerechte und unverständliche Bestrafung" ein. Dafür habe er der EHF "weitere konkrete, sachliche und objektive Spielsituationen vorgelegt, die zeigen, dass andere Spieler aus Mannschaften derselben Gruppe wie Portugal für dieselben Tatsachen und dasselbe Verhalten entweder direkt disqualifiziert wurden, ohne dass ein anschließendes Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet wurde, und für das nächste Spiel eingesetzt werden konnten, oder sogar für 2 Minuten vom Spiel ausgeschlossen wurden." Die Entscheidung steht allerdings.
"Clevere Verteidiger"
Gidsel hatte es in der Endphase mehrfach hart erwischt, beschweren wollte sich der Superstar allerdings nicht: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ob ich mir wünsche, dass die Schiedsrichter mich mehr schützen? Das weiß ich eigentlich nicht. Ich finde, dass die Portugiesen clevere Verteidiger sind und hart spielen“, sagte der Rückraumstar des Serien-Weltmeisters anerkennend - und fuhr fort: "Manchmal kann man vielleicht darüber diskutieren, ob es zu hart ist. Aber sie finden wahrscheinlich auch, dass wir manchmal etwas hart rangehen. So ist Handball eben."
Für Portugal ist Iturrizas Fehlen ein herber Schlag, der 35-Jährige ist mit seiner Präsenz, Härte und Geschwindigkeit eine bedeutende Korsettstange des Spiels der "Helden der Meere" - sowohl offensiv wie auch defensiv.Bis zu seiner Hinausstellung in der 55. Minute hatte der Kreisläufer 36 Minuten auf der Platte gestanden.
Iturriza hatte beim WM-Viertelfinale in Oslo vor gut einem Jahr mit dafür gesorgt, dass für die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason der Traum von der ersten WM-Medaille seit 18 Jahren platzte. Beim 30:31 schied die DHB-Auswahl damals in der Verlängerung aus, Iturriza traf siebenmal.
Zum Auftakt in die EM-Hauptrunde will es das deutsche Team gegen die Portugiesen in Herning/Dänemark besser machen. "Jetzt erwartet uns die vielleicht härteste Hauptrunde, die es je gab, es wird wirklich brutal", blickte Deutschlands Kreisläufer Justus Fischer auf die anstehenden Aufaben. Dem Duell gegen den WM-Vierten folgen die Partien gegen Norwegen (Samstag), Weltmeister und Olympiasieger Dänemark (Montag) und Titelverteidiger Frankreich (Mittwoch). Alle Spiele finden in der Jyske Bank Boxen in Herning statt.