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Turniersieg in Genf Zverev tankt Selbstvertrauen für Paris

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Alexander Zverev holt in Genf nach zwei Regenunterbrechungen seinen ersten Turniersieg des bisher so enttäuschenden Jahres.

(Foto: imago images / Xinhua)

Alexander Zverev gelingt der erste Turniersieg in diesem Jahr. Vor dem Auftakt der French Open sammelt er so ein wenig Selbstvertrauen. Das Finale ist eine echte Geduldsprobe.

Alexander Zverev reist mit seinem ersten Turniersieg des Jahres und gestiegenem Selbstvertrauen zu den French Open nach Paris. Der Weltranglistenfünfte aus Hamburg setzte sich am Samstag in einem vom Regen beeinträchtigten Finale gegen den Chilenen Nicolas Jarry mit 6:3, 3:6, 7:6 (10:8) durch und feierte damit seinen insgesamt elften Erfolg auf der ATP-Tour. Jarry wartet dagegen weiter auf seinen ersten.

"Mein elfter Titel, es ist eine tolle Reise", sagte Zverev im Interview auf dem Court, "ich hoffe, es kommen noch viele mehr." Zverev fand auch tröstende Worte für seinen unterlegenen Kontrahenten: "Du hast es mehr verdient, diesen Titel zu gewinnen als ich. Das ist ein harter Moment für Dich, aber Du kriegst noch viel mehr Möglichkeiten."
Zverev kam im ältesten Tennis-Club der Schweiz schnell auf Betriebstemperatur, führte rasch 3:0 und hatte nach 35 Minuten bereits souverän den ersten Satz gewonnen. Jarry, Nummer 75 der Weltrangliste und ohne Satzverlust bis in das zweite Finale seiner Karriere gelangt, brachte bei Aufschlag Zverev nur wenig zustande, dem Rechtshänder unterliefen zahlreiche Fehler.

Das änderte sich allerdings nach einer 90-minütigen Regenunterbrechung nach dem ersten Satz: Zverev verlor den Faden, der Regen kehrte zurück, erst beim Stand von 2:5 aus Sicht des Hamburgers folgte die nächste Unterbrechung. "Es war nicht einfach heute", sagte Zverev zu den äußeren Umständen. Nachdem sich Jarry Durchgang zwei im Schnelldurchgang gesichert hatte, entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Der Tiebreak musste entscheiden. Dort ließ Zverev zunächst drei Breakchancen liegen, ehe er nach 2:35 Stunden seine vierte Möglichkeit nutzte.

Keine großen Erwartungen

Für Zverev ist der elfte Turniersieg seiner Karriere ein Stimmungsaufheller kurz vor dem Auftakt in Roland Garros. Nach seinem frühen Scheitern vergangene Woche beim Masters-Turnier in Rom, wo er im Vorjahr noch das Finale gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal erreicht hatte, war er kurzfristig nach Genf gereist. Dort hoffte er sich Matchpraxis und Sicherheit zu holen nach einer miserablen Sandplatzsaison, wo er bei sechs Turnierteilnahmen nur einmal über sein zweites Match hinausgekommen war. Zuletzt hatte Zverev Anfang März beim Turnier in Acapulco/Mexiko im einem Finale gestanden, dort unterlag er Nick Kyrgios (Australien). Im Verlauf der Sandplatzsaison war er dann auch schon auf Jarry getroffen: In Barcelona verlor er gegen den Chilenen in der ersten Runde. Im Genfer Tennisclub Eaux-Vives aber hatte er den 23-Jährigen aber im Griff, vor allem, wenn sein erster Aufschlag kam: Im ersten Satz machte er damit 16 Punkte - bei 16 Aufschlägen im Feld: perfekt.

Von seinen nunmehr elf Turniersiegen ist jener in Genf mittlerweile der fünfte auf Sand. Große Erwartungen für die French Open verbieten sich allerdings für Zverev - zu inkonstant spielte er auch in der Woche in der Schweiz. In seinem Auftaktmatch in Roland Garros am Montag sollte er jedoch keine allzu großen Schwierigkeiten bekommen: Der Australier John Millman, derzeit auf Rang 55 der Weltrangliste geführt, gilt nun nicht gerade als Sandplatzspezialist.

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid