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Nur mit Kampf ins Halbfinale Zverev verliert "komplett die Konzentration"

Die Jagd nach dem zwölften Tour-Titel geht weiter: Alexander Zverev müht sich beim neuen Tennis-Turnier in Köln ins Halbfinale. Trotz Problemen setzt sich der Weltranglistensiebte gegen den am Ende angeschlagenen südafrikanischen Qualifikanten Lloyd Harris durch und spielt am Samstag um den Finaleinzug.

Alexander Zverev hatte schwer zu kämpfen, dabei war sein Gegner angeschlagen: Das 6:4, 3:6, 6:0 gegen den südafrikanischen Qualifikanten Lloyd Harris zum Einzug ins Halbfinale des ATP-Turniers in Köln hinterließ bei Deutschlands Topspieler jedenfalls gemischte Gefühle. "Ich habe okay angefangen und dann komplett die Konzentration verloren im zweiten Satz. Wenn man so anfängt, dann darf man nicht so weitermachen."

Was zählt, ist jedoch der Sieg, der Zverev die Chance auf seinen zwölften Titel auf der Profitour lässt. Am Samstag spielt er gegen Dennis Novak (Österreich) oder Alejandro Davidovich Fokina (Spanien) um den Einzug ins Endspiel - nach den Titeln in München (2017 und 2018) rückt der nächste Heimerfolg immer näher.

Nach seinem souveränen Achtelfinal-Sieg gegen den erfahrenen Spanier Fernando Verdasco (6:4, 6:1) am Donnerstag machte Zverev gegen Harris zunächst dort weiter, wo er aufgehört hatte. Den ersten Satz dominierte der US-Open-Finalist und bestach vor allem mit schneller Beinarbeit und präzisem Aufschlagspiel. Zverev hatte sichtlich Spaß und immer wieder ein Lächeln auf den Lippen.

"Er macht zu 99 Prozent alles richtig"

Dennoch kippte das Spiel. Zverev wackelte bei seinen Aufschlägen, und Harris wurde seinerseits immer sicherer. "Gestern war besser", zog Zverev Bilanz. Der Frust, gegen den verletzten Außenseiter in die Verlängerung zu müssen, war ihm schon im Match anzusehen. Zverev meckerte und schmetterte den Schläger auf den grauen Boden der Lanxess-Arena.

Für Tommy Haas sind die Gefühlsausbrüche kein Problem. "Man darf nie vergessen, was Alexander schon alles erreicht hat in jungen Jahren", sagte die ehemalige Nummer zwei der Welt vor dem Match beim WDR: "Er macht zu 99 Prozent alles richtig. Wir können froh sein, dass wir so einen Topspieler haben."

Im dritten Satz zeigte Zverev seine Qualitäten dann wieder. Jedoch gegen einen geschwächten Harris, der wie schon im Zweitrundenspiel gegen den US-Amerikaner Steve Johnson mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte. Nach einer längeren Behandlungspause kehrte Harris auf den Court zurück, konnte sich gegen einen fitten Zverev aber nicht mehr wehren.

Die Siege gegen Verdasco und Harris geben Zverev schon jetzt neuen Schwung für den Saison-Endspurt, der beim ATP-Finale in London (15. bis 22. September) gipfeln soll. Dann kehrt auch sein spanischer Trainer David Ferrer zurück ins Team. In Köln genießt Zverev das Zusammensein mit seiner Familie. Mit seinem Bruder Mischa und seinen Eltern lebt Zverev in der Kölner Tennis-Blase. Beim zweiten Turnier des ATP-Doppelpacks in Köln ist er ab Montag wieder an Position eins gesetzt.

Quelle: ntv.de, dbe/sid