Der Sport-TagTönnies kämpft vor Ehrenrat um seinen Job

Heute Mittag geht es für Clemens Tönnies beim FC Schalke 04 um nicht weniger als seinen Job. Seine Äußerungen über Afrikaner könnten ihn den Posten als Aufsichtsratschef kosten, eine Anhörung vor dem Ehrenrat steht an. Das aus insgesamt fünf Mitgliedern bestehende Gremium, darunter drei Richter, muss darüber befinden, ob die Äußerungen einen fremdenfeindlichen oder rassistischen Hintergrund haben und mit der Vereinssatzung und dem Leitbild der Königsblauen womöglich unvereinbar sind. Mögliche Sanktionen sind eine Verwarnung, eine Amtsenthebung auf Dauer oder auf Zeit. Sogar ein Vereinsausschluss ist möglich, aber nicht wahrscheinlich.
Von Anti-Rassismus-Organisationen wird der Unternehmer weiter scharf kritisiert. "Die Aussagen sind nicht mehr im Rahmen des Tolerierbaren", sagte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung Amadeu Antonio, der Deutschen Presse-Agentur. Für Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland bestätigten Tönnies' "höchst problematische Aussagen", dass "dieses kolonial-rassistische Bild von Afrika immer noch Bestand hat und Teil des Diskurses ist."
Es gibt aber auch Leute, die auf Tönnies' Seite stehen: Schalkes Trainer-Ikone Huub Stevens verteidigte ihn in der "WAZ": "Wer ihn kennt, wer seit langem mit ihm zusammenarbeitet, der weiß, dass Clemens die Menschen mag wie sie sind - völlig unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Ihm geht es stets um den Charakter eines Menschen - nie um die Farbe seiner Haut."
Ex-Bundesligatrainer Otto Rehhagel betonte nach Angaben der "WAZ", Tönnies "stets als ehrlichen und sehr sozial engagierten Menschen kennengelernt" zu haben. Als einen, "dem nur wichtig ist, wie sich ein Mensch verhält und nicht, woher er kommt".
Einen Kommentar zum Thema von der Kollegin Hedviga Nyarsik lesen Sie hier, eine Zusammenfassung des Geschehens gibt's hier.