Tränen und SprachlosigkeitErster F1-Triumph überwältigt jungen Kimi Antonelli

Erst 19 Jahre alt und schon Formel-1-Rennsieger: Kimi Antonelli gewinnt den Grand Prix in China. Vater und "Ziehvater" sind aus dem Häuschen, der Italiener selbst sucht nach Worten. Und ein Serienweltmeister ist sich sicher: Das ist nur der Anfang.
Am Ziel seiner Träume konnte Kimi Antonelli die Tränen nicht zurückhalten. Sein Vater Marco tätschelte ihm liebevoll über den Kopf, auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton und George Russell gratulierten dem Mercedes-Jungstar. "Ich finde keine Worte", schluchzte der Teenager, der sich nun Rennsieger der Formel 1 nennen darf. Im Alter von 19 Jahren und 202 Tagen raste er in China zu einem Erfolg, von dem alle wussten, dass er irgendwann kommen würde.
"Ich freue mich so sehr für ihn", sagte Hamilton, für den sein 388. Rennen in der Königsklasse "eines der besten seit Langem" war. Als Dritter fuhr er erstmals für Ferrari aufs Podium, seine Glückwünsche richtete aber auch er an Antonelli, der Hamiltons Cockpit bei den Silberpfeilen 2025 übernommen hatte. Antonelli lauschte den Worten des Rekord-Champions glückselig, wischte sich immer wieder über die feuchten Wangen und genoss wenig später die italienische Nationalhymne: "Ich danke meinem Team, das mir geholfen hat, diesen Traum zu erreichen."
Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der ein ganz besonderes Verhältnis zu Antonelli hat und dem Jungstar stets vertraute, war ebenfalls stolz. "Wir haben ihn bei uns im Juniorteam, seitdem er elf ist. Er hat einen unglaublichen Weg gemacht", sagte Wolff. Sky-Experte Ralf Schumacher bezeichnete den Österreicher als eine Art "Ziehvater" für Antonelli. Der 19-Jährige habe einige Rückschläge erlebt, auch bei Mercedes habe man sich gefragt, ob der Aufstieg zum Stammfahrer zu früh gekommen sei, berichtete Wolff und kam zu dem Fazit: "Man muss ihm Fehler verzeihen. Diesmal fährt er das gnadenlos nach Hause."
Sorgen bei McLaren
Die Überflieger von Mercedes mit Antonelli und dem in China zweitplatzierten Russell dominieren die Formel 1. Ferrari mit Hamilton und Charles Leclerc ist eindeutig die zweite Kraft, alle anderen sind chancenlos: Bis zum Rennen in Japan in zwei Wochen wird sich daran nichts ändern, danach haben die Teams jedoch eine sehr lange Pause und Zeit, sich möglicherweise zu steigern. Wegen des Kriegs im Iran sagte die Formel 1 die Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) ab, erst am 3. Mai geht es in Miami weiter.
Vor allem McLaren muss sich deutlich steigern. In Shanghai konnten Weltmeister Lando Norris und der Australier Oscar Piastri gar nicht erst starten. Technische Probleme verhinderten dies. Die Powerunit machte Probleme, "wir haben versucht, das zu beheben, aber es ging nicht", sagte Teamchef Andrea Stella bei Sky: "Es scheinen unterschiedliche Probleme zu sein, die bei beiden Autos zeitgleich aufgetreten sind."
Jünger als Antonelli beim ersten Sieg in der Königsklasse war nur Max Verstappen (18 Jahre, 228 Tage) in Spanien 2016. Antonelli übernahm in dieser Statistik den zweiten Platz von Sebastian Vettel, der bei seinem Premierentriumph 21 Jahre und 73 Tage alt war. "Das wird nicht sein einziger Sieg blieben, aber der erste ist natürlich sehr emotional", sagte der viermalige Weltmeister Verstappen, der mit seinem Red-Bull-Team einmal mehr chancenlos war und wegen technischer Probleme ausschied. Nico Hülkenberg verpasste als Elfter ganz knapp erste WM-Punkte mit seinem Audi-Team.