Formel1

"In fünf Jahren Weltmeister" Ferrari läutet die Post-Vettel-Ära ein

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Charles Leclerc will in der kommenden F1-Saison stets "im Auge behalten, was das Beste für Ferrari ist".

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

2021 soll alles anders werden bei Ferrari - oder zumindest wieder besser. Die historisch schlechte Vorsaison steckt der Scuderia noch in den Gliedern, doch schon bald soll der F1-Himmel in Maranello wieder Rot erstrahlen - ohne Sebastian Vettel, aber dafür mit Ferrari-Teamspirit.

Bei einem Online-Event stellte die Scuderia offiziell das Team für die Saison 2021 vor, in einem zweiten Schritt am 10. März wird dann erst das neue Auto des Teams enthüllt. "Ich erwarte weniger Fehler", betonte Teamchef Mattia Binotto in einem rund 15-minütigen Werbefilm zu Beginn der Pressekonferenz. Später dämpfte er aber die traditionell hohen Erwartungen an die Italiener direkt wieder. "Die Lücke im vergangenen Jahr war so groß, die kann man nicht über den Winter schließen." Dennoch gehe er von Verbesserungen aus - gerade in Sachen Speed - und forderte Ferrari-"Mentalität" im Team und bei den Fahrern.

Ein Blick in den Rückspiegel: Ferrari erlebte im Jahr 2020 eine üble Formel-1-Saison. Die beiden Fahrer Sebastian Vettel und Charles Leclerc schoben Frust - und am Ende stand mit nur 131 Punkten ein demütigender sechster Platz in der Teamwertung. Die schlechteste Saison seit 1980.

Auto "ist die Million-Dollar-Frage"

Der sichtbarste Unterschied zur Vorsaison ist 2021 im Cockpit. Statt des viermaligen Weltmeisters Vettel, der nun bei Aston Martin unter Vertrag ist, geht ab dieser Saison Zugang Carlos Sainz im Ferrari auf Punktejagd. "Ich will in fünf Jahren Weltmeister sein", kündigte Sainz bei der Präsentation an, "Ferrari ist der beste Ort dafür". Binotto lobte seinen Zugang als "den richtigen Fahrer" für die Scuderia. Das bewiesen allein die vielen Glückwünsche, die er nach der Vertragsunterzeichnung des Spaniers bekommen habe, so Binotto. "Ich bin zufrieden mit unserer Wahl." Sainz und Leclerc seien die "Zukunft", auf die man bei Ferrari setze.

Auch wenn der neue Ferrari-Renner noch nicht enthüllt wurde, schwebt über allem eine Frage: Wie gut ist das neue Auto? "Das ist die Million-Dollar-Frage", gestand Sainz. Wie stark der Ferrari sei, werde man erst in Bahrain wissen, nicht nach den Tests, sondern dem ersten Rennen, ergänzte der 26-Jährige. Auf die Zusammenarbeit mit Teamkollege Charles Leclerc blickt er gelassen. "Ich hatte noch nie Probleme mit einem Kollegen und gehe von aus, dass es auch mit Charles so sein wird."

Auch bei Leclerc ist Stand jetzt Teamspirit angesagt: "Wir müssen beide für das Team pushen und trennen was auf der Strecke und was abseits davon passiert", sagte der Monegasse zum Zusammenspiel mit Sainz. "Carlos will mich schlagen, ich will ihn schlagen, aber wir müssen in jeder Situation im Auge behalten, was das Beste für Ferrari ist."

Ferrari steht über allem

"Ferrari ist größer als jeder einzelne Name", gab Teamchef Binotto die klare Marschroute vor. Eine klare Nummer eins wird es nicht geben, das hatte er schon Anfang des Jahres klargestellt. "Im Vertrag steht nicht, dass Charles unsere Nummer eins ist", so Binotto. Beide sollen mit den gleichen Chancen loslegen. 2021 wird ein "wichtiges Jahr", unterstrich der Teamchef, schon allein wegen des neuen Kostendeckels und neuen Fahrerduos. Eines der Hauptaugenmerke liege 2021 aber schon auf dem Auto für 2022, wenn die Regel-Revolution kommt.

Leclerc fühle sich "bereit" für die neue Saison und gewährte Einblick in sein Winterprogramm. Er habe wie immer versucht, seine Schwächen zu identifizieren und wolle weiter am Reifenmanagement arbeiten. Der Rennfahrer gab auch ein Update nach seiner Corona-Erkrankung. Er habe sich nach der Infektion wieder komplett erholt. "Es ist alles beim Alten, alles gut", so der Monegasse.

Die Hoffnung bei Ferrari ist, dass Sainz und Leclerc im neuen Modell wieder öfter um die Punkte mitfahren können. Und es sieht danach aus, als sei der Ferrari 2021 wieder schneller. Zumindest lassen sich die Aussagen von FIA Steward Mika Salo, die er in einem Twitch-Interview von sich gab, so interpretieren. Er plauderte aus, dass die Scuderia 2020 für die Schummelei 2019 büßen musste und nur mit gedrosselter Leistung fahren konnte. Für 2021 erwarte er Besserung. Anschließend ruderte Salo aber in einem Facebook-Video zurück: "Ich möchte klarstellen, dass ich keinerlei Wissen über irgendeine Vereinbarung zwischen der FIA und Ferrari habe."

Quelle: ntv.de, dbe

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