Formel1

Innovation statt Schummelei Ferrari plant offenbar die Motor-Revolution

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Ferrari-Pilot Charles Leclerc kann auf ein schnelleres Auto hoffen.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

Der Formel-1-Rennstall Ferrari hinkt 2020 der Konkurrenz hinterher: Der schwächelnde Motor ist der große Schwachpunkt. Jetzt steht die Scuderia offenbar vor einer revolutionären Innovation - von der auch Mick Schumacher profitieren könnte.

Ausgerechnet das letzte Jahr von Sebastian Vettel bei Ferrari war eins zum Vergessen. Der Vierfach-Weltmeister war chancenlos, sein Bolide einfach nicht konkurrenzfähig, Vettel entsprechend genervt. Noch 2019 war der italienische Rennstall der Highspeed-König im Feld. Dann machte Gerede über Tricksereien beim Sprit-Durchfluss die Runde.

Auf Geraden soll sich Ferrari so einen PS-Vorteil erschummelt haben. Der Motorsport-Weltverband FIA reagierte und verbot die "Einspritzhilfe". Zugleich schloss der Verband mit Ferrari einen Geheim-Deal, der die anderen Teams erzürnte. Denn bis heute ist nicht abschließend geklärt, ob Ferrari die Konkurrenz betrogen hatte.

Auffällig war jedenfalls: Seit jenem Deal war es vorbei mit der PS-Herrschaft. Bis zu 50 PS fehlten dem Ferrari-Boliden SF1000. Auch die Kundenteams Alfa Romeo und Haas fielen merklich ab. Der Ferrari-Motor galt als schlechtester im 2020er-Feld.

Schon in der kommenden Saison soll sich das wieder ändern. "Ich denke, beim Motor werden wir wieder konkurrenzfähig sein", kündigte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zuletzt an. Durch einen "Superfast"-Zylinderkopf sollen 2021 wieder 30 bis 40 PS mehr drin sein.

Umbau wird zum Wagnis

Den ganz großen Wurf plant Ferrari aber für die Saison 2022. Einem Bericht der italienischen Ausgabe von motosport.com zufolge arbeitet der Rennstall daran, Turbine und Kompressor des Turbos zu trennen. Inspiriert ist die Idee von Mercedes. Die Silberpfeile setzten schon im Jahr 2014, dem ersten Jahr der Hybrid-Ära, auf diese Anordnung.

Der Clou bei Ferrari: Die Turbine soll in die Airbox, also den Luftkanal am Auto, wandern. Dadurch soll Platz gespart werden. Auch der Ladeluftkühler soll im Zuge der Umstrukturierung neu angeordnet werden. Die Anordnung könnte große Aerodynamik-Vorteile bringen, da der Luftwiderstand des Autos reduziert wird.

Der Plan ist jedoch nicht ohne Risiko: 2022 könnte es den viel diskutierten Motor-Freeze geben. Schon am Donnerstag stimmen die Teams ab, ob die Entwicklung der V6-Hybrid-Motoren gestoppt wird. Wenn Ferrari also einen Fehler bei der Neuentwicklung begeht, hat dieser länger andauernde Konsequenzen. Einen schnellen Weg zurück zur alten Technik gibt es dann nicht. Eine ähnliche Erfahrung machte Honda 2015, als das Comeback in der F1 nach hinten losging.

Der Innovations-Plan birgt also Gefahr, dem Bericht zufolge sind Binotto und Co. aber bereit, das Risiko einzugehen, um Ferrari wieder konkurrenzfähig zu machen und Mercedes auf Dauer den Rang abzulaufen. Eine gute Nachricht wäre ein besserer Ferrari-Antrieb auch für Mick Schumacher. In seinen ersten beiden Jahren in der Formel 1 ist er mit dem Haas-Team auf die Power aus Maranello angewiesen.

Quelle: ntv.de, ara/rtl.de

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