Red Bull "unfahrbar"?Formel-1-Experte fällt vernichtendes Urteil über Verstappens Auto

Red Bull fährt den eigenen Ansprüchen in der Formel 1 meilenweit hinterher. Während Max Verstappen irgendwie alles blöd findet, hört F1-Experte Christian Danner bei einem anderen Fahrer genau hin - und kommt zu einem fast schon vernichtenden Urteil.
Mickrige 16 Punkte hat der einstige Formel-1-Serienchampion Red Bull in den ersten drei Grands Prix des Jahres (sowie dem Sprintrennen in Shanghai) eingefahren. Das Team um Superstar Max Verstappen belegt damit in der Hersteller-WM Rang sechs - inakzeptabel, gemessen an den hohen Ansprüchen, die die "Bullen" haben.
Verstappen, mit zwölf Punkten Sechster in der Fahrer-Weltmeisterschaft, ist mit dem Handling seines Red-Bull-Boliden mächtig unzufrieden. Aber dem Niederländer geht die Formel 1 derzeit als solche auf den Senkel. Die neuen Motoren-Regeln - 50 Prozent des Antriebs ist elektrisch - zwingen die 22 Fahrer zum Haushalten mit der im Heck verfügbaren Energie. "Batterie"-Management heißt das Zauber- respektive Unwort, wenn man Verstappen fragt.
RTL-Experte Christian Danner verlässt sich in seiner Analyse über die Red-Bull-Krise daher nicht nur auf den sowieso meckernden Verstappen, sondern auf dessen Stallkollegen Isack Hadjar. "Auch wenn es die meisten Leute nicht so interessiert, ich lese und höre auch gerne hinein, was Herr Hadjar zu sagen hat, ein meiner Meinung nach begnadeter und hochintelligenter junger Mann. Und der sagt schon ziemlich klar: "Das geht in Richtung unfahrbar"", sagte Danner bei "Motorsport-Magazin.com".
Red-Bull-Krise liegt an der Luft, nicht im Heck
Ein geradezu vernichtendes Urteil über die Arbeit der Red-Bull-Ingenieure und -Designer. Freilich eines, das die Leistungen Verstappens und Hadjars (bisher vier WM-Punkte) auf der Strecke widerspiegeln. Laut Danner ist die Aerodynamik-Abteilung des Rennstalls für die Misere hauptverantwortlich. Der happige Rückstand Red Bulls liege zu "80 Prozent am Chassis und 20 Prozent am Motor", so der frühere Formel-1-Pilot. Red Bull startet in der Formel 1 seit diesem Jahr erstmals mit hauseigenen Motoren, die der Brause-Rennstall in Kooperation mit US-Autoriese Ford in der Fabrik in Milton Keynes fertigt.
Der RB22 kranke aber "in erster Linie" an der Aerodynamik, führte Danner aus: "Das Auto hat keine vernünftige Balance. Wie so oft bei Red Bull: Wenn man hin und her baut, ist man einmal in diesem Extrem, einmal in jenem. Da den Sweet Spot zu treffen, ist ganz offensichtlich im Moment noch unmöglich." Völlig schwarz sieht Danner für den sechsmaligen Konstrukteurs-Champion allerdings nicht. Das Team habe in der Vergangenheit schon öfter bewiesen, dass es in der Lage sei, sich aus derartigen misslichen Lagen zu befreien.