Formel1

Fia setzt Cockpitschutz durch Formel-1-Fahrer bekommen Heiligenschein

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Sebastian Vettel hatte das "Halo"-System 2016 im Training für den Großen Preis von Großbritannien bereits getestet.

(Foto: REUTERS)

Die Formel 1 gilt beim Unfallschutz als Trendsetter. Doch der Kopf der Fahrer ist nach wie vor weitgehend ungeschützt. Ab der kommenden Saison soll das "Halo"-System garantieren, dass die Piloten nicht von herumfliegenden Teilen getroffen werden.

Der Motorsportweltverband Fia hat grünes Licht für die Einführung des Formel-1-Cockpitschutzes "Halo" zur kommenden Saison erteilt. Dieser Beschluss wurde nach einem Treffen der sogenannten Strategiegruppe bekanntgegeben. Der "Halo", im Englischen Heiligenschein, hat sich damit gegen die Schutzscheibe "Shield" durchgesetzt. Durch den Cockpitschutz soll die Gefahr für die Fahrer bei Unfällen gesenkt werden, die von herumfliegenden Teilen ausgeht.

"Halo" basiert auf einem ringförmigen Bügel, der mittig an einer Strebe des Rennwagens fixiert ist und sich über den Helm des Piloten spannt. Vor allem aus optischen Gründen hatte das System Kritik hervorgerufen. Das Design soll laut Fia aber noch verbessert werden.

Medienberichten zufolge sprachen sich neun der zehn vertretenen Teams gegen "Halo" aus. Fia-Präsident Jean Todt soll das System dennoch mit seinem Sonderrecht bei "sicherheitsrelevanten Änderungen" durchgedrückt haben. "Nachdem wir in den vergangenen fünf Jahren eine Vielzahl von Geräten entwickelt und ausgewertet hatten, war klar, dass der Halo die beste Gesamtsicherheit bietet", erklärte der Dachverband in einem Statement. Der Beschluss muss noch vom Motorsport-Weltrat abgesegnet werden.

Massa-Unfall führt zu Umdenken

Die alternative Schutzscheibe "Shield" hatte Ferrari-Star Sebastian Vettel am vergangenen Freitag im Freien Training für den Großen Preis von Großbritannien erstmals offiziell getestet. Das System hinterließ beim WM-Führenden allerdings keinen guten Eindruck, er beklagte eine schlechte Sicht: "Wir hatten geplant, länger damit zu fahren. Doch durch den Blick durch das Glas wurde mir etwas schwindelig und wir haben es wieder runtergenommen."

Erstmals nahmen an dem Treffen der Strategiegruppe alle zehn Rennställe teil. Das Gremium setzt sich traditionell aus Vertretern von Fia und Formel 1 sowie den fünf Teams Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren und Williams zusammen. Hinzu kommt noch aus Leistungsgründen Force India. Diesmal waren allerdings auch Renault, Toro Rosso, Sauber und Haas anwesend.

In der Formel 1 war es in den vergangenen Jahren mehrfach zu schweren Umfällen durch herumfliegende Teile gekommen. 2009 wurde Felipe Massa in Ungarn durch eine Metallfeder am Kopf verletzt. Er musste die Saison vorzeitig beenden und konnte erst in der darauffolgenden Saison wieder Rennen fahren. In der Formel 2 war ebenfalls 2009 der 18-jährige Henry Surtees durch einen herumfliegenden Reifen in Brands Hatch tödlich getroffen worden.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/sid