Formel1

Wenig Hoffnung auf Rückkehr Formel 1 fährt Deutschland 2019 nicht an

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Deutsche Fans müssen wohl auch langfristig auf andere Arenen ausweichen.

(Foto: dpa)

Der Hockenheimring und der Nürburgring bleiben 2019 verwaist - zumindest was die Formel 1 betrifft. Der Rennzirkus macht einen Bogen um Deutschland. Und es ist fraglich, ob Vettel, Hamilton und Co. überhaupt noch einmal in Deutschland um Punkte fahren.

Die Formel 1 macht 2019 um Deutschland erneut einen Bogen - und kehrt womöglich nicht zurück. Im Land von Rekordweltmeister Michael Schumacher, Ferrari-Star Sebastian Vettel und Konstrukteurschampion Mercedes droht das Rennen am 22. Juli auf dem Hockenheimring zur Abschiedsvorstellung zu werden. Der Große Preis von Deutschland steht nicht im Rennkalender für die Saison 2019, der in Kürze präsentiert werden soll. Die Betreiber des Hockenheimrings und des Nürburgrings bestätigten, dass die Formel 1 im kommenden Jahr auf ihren Strecken nicht Station macht.

"Natürlich haben wir versucht, das Formel-1-Rennen im kommenden Jahr zu bekommen. Nach dem üblichen Rhythmus wären wir aber ohnehin erst 2020 an der Reihe gewesen", gab sich Hockenheimring-Geschäftsführer Georg Seiler gelassen: "Insofern kommt diese Entscheidung weder überraschend noch enttäuschend." Der Vertrag zwischen dem Hockenheimring und Formel-1-Eigner Liberty Media läuft mit der diesjährigen Auflage in knapp einem Monat aus. Allerdings arbeite man daran, die Formel 1 im Jahr 2020 zurückzuholen, versicherte Seiler: "Wir schreiben die Formel 1 nicht ab." Eine Entscheidung müsse allerdings "spätestens im Juli 2019" fallen.

Eines ist heute schon sicher: Eine Einigung um jeden Preis wird es nicht geben. "Wir werden keinen Vertrag schließen, mit dem wir ein finanzielles Risiko eingehen", bekräftigte Seiler. Gemäß des auslaufenden Vertrags zahlt der Hockenheimring der Formel 1 bislang eine Antrittsgage von rund 20 Millionen Euro pro Rennen. Für 2019 sei Liberty zwar ein Stück entgegengekommen, aber offenbar nicht weit genug.

Rennkalender ist bereits sehr voll

Nürburgring-Pressesprecher Alexander Gerhard bestätigte, man habe schon länger in Kontakt mit Liberty Media gestanden und im März ein konkretes Angebot vorgelegt. Allerdings sei eine Einigung ausgeblieben. Bereits 2015 und 2017 hatte es trotz gültigen Vertrags kein Rennen auf dem Traditionskurs in der Eifel gegeben. "Wir können uns nicht vorstellen, Summe X für die Formel 1 zu bezahlen und im Gegenzug das komplette Risiko zu tragen", sagte Gerhard: "Für uns kommen zwei Modelle infrage: Entweder wir treten als Vermieter auf oder wir teilen die Chancen und Risiken. Wir haben auch weiterhin Interesse, die Formel 1 an den Nürburgring zurückzuholen."

Ob künftig noch Platz im Kalender sein wird für ein Rennen in der Auto-Nation Deutschland, ist allerdings zweifelhaft. Zwar kokettiert Liberty Media seit der Formel-1-Übernahme vor eineinhalb Jahren mit einer Ausweitung von derzeit 21 auf bis zu 25 Saisonrennen.
Doch die Kandidaten stehen Schlange: Ein zweites US-Rennen in Miami soll schon 2019 dabei sein. Für 2020 drängen Kopenhagen (Dänemark) und Hanoi (Vietnam) jeweils mit Stadtrennen in den Kalender, Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires will das altehrwürdige Autodromo Juan y Oscar Alfredo Galvez renovieren und nach über 20 Jahren ein Comeback feiern. Weiter gibt es Bestrebungen in den Niederlanden, der Heimat von Red-Bull-Star Max Verstappen, wieder einen Grand Prix auszurichten.

Im Gegensatz zu vielen dieser Standorte erhalten die Streckeninhaber in Deutschland keine Unterstützung von Staat, Ländern oder den Autobauern. "Es kann nicht sein, dass wir die Spielwiese stellen und die Zeche für andere zahlen", sagte Seiler. Bislang sind 64.000 Tickets für das diesjährige Rennen verkauft, erst ab über 70.000 macht der Hockenheimring Gewinn.

Quelle: n-tv.de, Marco Heibel, sid

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