Formel1

"Will er uns umbringen?" Für Mazepin könnte es jetzt ernst werden

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Mick Schumacher und Nikita Mazepin hatten Ärger auf der Strecke. Für Mazepin kann der Ärger noch ärger werden.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die Kritik an Formel-1-Rookie Nikita Mazepin reißt nicht ab: Mit seinem harten Manöver gegen den eigenen Teamkollegen hat der Russe für einen echten Schreck-Moment gesorgt. Jetzt will sich auch Rennleiter Michael Masi die Aktion noch einmal anschauen - Strafe nicht ausgeschlossen.

So sauer hat man Mick Schumacher selten erlebt: "Will er uns umbringen?", wütete er nach dem Rennen in Baku über Funk. Der Grund: Beim Überholmanöver gegen seinen Teamkollegen Mazepin mit über 300 km/h zuckte der Russe, riskierte einen Crash. Schumacher war außer sich – und auch sein Onkel und Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher polterte: "Das kann lebensgefährlich sein."

Jetzt will sich auch Rennleiter Michael Masi die Szene genauer anschauen. "Um ehrlich zu sein, haben wir vor allem auf das Vorderfeld geachtet, daher habe ich selbst das Manöver gar nicht gesehen. Ich kann das also nicht kommentieren. Ich werde mir das noch anschauen und wenn nötig, werde ich mit dem Fahrer und dem Team sprechen."

Ob Masi eine Strafe ausspricht und in welcher Härte, ist völlig offen – theoretisch wäre sogar eine Rennsperre denkbar. Das gab es zuletzt 2012, als Romain Grosjean nach einem Massencrash in Spa ein Rennen gesperrt wurde.

Mazepin "erarbeitet" sich Rüpel-Ruf

Es war ja bei weitem nicht das erste Mal, dass Mazepin negativ in der Formel 1 auffiel. Im Gegenteil, der junge Russe, der am Ende des Feldes verzweifelt wenigstens um Anschluss an seinen Teamkollegen Schumacher kämpft, hat sich in Rekordzeit einen bemerkenswert schlechten Ruf erarbeitet. Im Qualifying zum Großen Preis von Italien drängelte sich der Youngster an Alfa-Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi vorbei und blockierte ihn bei dem Versuch, eine schnelle Runde hinzulegen. "Was zur Hölle macht er da", funkte ein wütender Giovinazzi an die Box. "Vollidiot", schimpfte Sergio Perez, als Mazepin dem Red Bull bei einer Überrundung beim Rennen in Portugal beinahe in die Parade fuhr.

Eine spezielle Verbindung hat auch Nicolas Latifi zu dem Rookie. Im Qualifying in Barcelona behinderte der Williams-Pilot Mazepin auf einer schnellen Runde. Und Latifi wusste, er würde sich rächen: "Er wird mich wahrscheinlich blockieren. Jep, er hat mich blockiert. Natürlich. Von diesem Idioten. Ich habe es nicht mit Absicht gemacht. Er ist ein Vollpfosten. Dieser Kerl ist ein verdammter Idiot, ich habe ihn nicht gesehen!"

Ralf Schumacher fordert Strafe

Der Russe hat im Fahrerfeld bereits einen besonderen Ruf weg. "Er wird sich nie verändern", wetterte Charles Leclerc, als er in Spanien auf einer schnellen Runde vom Haas Mazepins blockiert worden war. Starke Aussagen über einen Fahrer, der kaum Königsklassenluft geschnuppert hat. Wieder Qualifying in Spanien, und wieder erhitzt Mazepin die Gemüter. Dieses Mal ist es Lando Norris (McLaren): "Der hat mir heute die Quali versaut. Es war nur ein Mann, der nicht aufgepasst hat."

Und diese Meinung hat Norris wahrlich nicht exklusiv. Esteban Ocon brachte es in einem Interview mit Canal Plus auf den Punkt: "Ich passe 200 Prozent mehr bei Mazepin auf als bei jedem anderen Fahrer. Habe ich Angst vor ihm? Ja, ja!", sagte der Alpine-Pilot. Wie man in Baku gesehen hat, mit Recht!

Ex-F1-Pilot Ralf Schumacher fordert Konsequenzen für Mazepins Baku-Manöver: "Ganz ehrlich! Einfach nur unglaublich gefährlich, was Nikita da macht. Sowas bei über 300 km/h ist ein absolutes No Go und sollte bestraft werden", schimpfte er bei Instagram. Vielleicht wäre eine Strafe ganz heilsam. Bisher kam der Russe, dessen Vater das Team Haas finanziert, ohne nennenswerte Bestrafungen durch seine turbulente Premierensaison.

Quelle: ntv.de, lhö/rtl.de

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